Verpasste Chancen oder "I didn't even try"

So, ihr lieben Hobby-Psychologen. Jetzt dürft ihr mal so richtig Gas geben, denn ich habe ein Anliegen. Es hat mir gerade wegen gestern den Nuggi ausgestossen und es naggt. Es geht um verpasste Chancen. Verpasste Chancen sind so etwas wie meine Achillesferse. I don’t like it. Ganz und gar nicht. War schon immer so. Zum Beispiel, in jungen Jahren war ich so Eine, die einfach unbedingt an diesen bestimmten angesagten Insider-Underground-Partys dabei sein wollte. Heute bin ich diesbezüglich reifer geworden und da ich hier in Zürich sowieso von diesen ganz bestimmten generationenübergreifenden Partys, wo jeder dabei sein will, der das Gefühl hat, dabei zu sein, so gut wie nie was mitbekomme, habe ich dieses Problem nicht mehr. Es geht auch eher um die grossen verpassten Chancen. Nein, eigentlich geht es bei mir um alle Arten von verpassten Chancen. Gestern Vormittag hat mich passend zu diesem Thema und passend zum Tag(!) ein Spruch einer dieser Tee-Etiketten bewegt. „Weisheit ist, wenn man nichts bereut.“ Wow... „Weisheit ist, wenn man nichts bereut.“ Hm...............................................................................................................………. ............................................... ............................................. ………………………………………. ……………………… ………………. hm... Das habe ich jetzt noch nicht so ganz verdaut oder anders gesagt, verstehe ich noch nicht. ABER! Oft, wenn ich an verpasste Chancen denke, fällt mir Jubaira ein. Jubaira kenne ich persönlich nicht. Sie hatte einmal eine Phase, während der sie ziemlich oft in den Medien aktiv war und da ich sie damals ein ganz kleines bisschen als Nebenbuhlerin betrachtete, habe ich via Google gelesen, was so alles über sie geschrieben wurde. Ja, ich dachte immer, ich sei eine Ausnahme und sei völlig immun bezüglich dem Konkurrenzdenken zwischen den Frauen. Vielleicht bin ich das wirklich und lasse mich einfach gerne inspirieren. Wie dem auch sei, back to Jubaira. Es ist jetzt auch nicht wichtig, ob ihr Jubaira kennt oder nicht, es geht darum, was sie gesagt hat. Sie sagte einmal in einem Interview – ich weiss nicht mehr, ob es im Blick oder in der Schweizer Illustrierte war – Achtung, jetzt kommt’s. Trommelschlag: Sie bereue nichts und würde alles nochmals machen, wie sie es gemacht hat. Wow! Der hat bei mir gesessen. Wow... Nein, das kann ich von mir nicht sagen. Und du? Kannst du das von dir sagen? Nun zu meiner verpassten Chance von gestern, die irgendwie alle anderen verpassten Chancen meines Lebens wieder einmal antriggert. Gestern Freitagabend, 30.6., 23:59h, war Einsendeschluss des Schreibwettbewerbs von Orell Füssli zum Thema „Zuhause“. Erster Preise wäre ein 1-wöchiges Schreibseminar in Santa Fe in Amerika bei und mit Milena Moser gewesen. Gewusst habe ich von diesem Wettbewerb seit März !!! Ich habe mich immer wieder daran erinnert, was ein Zeichen ist, dass ich es machen sollte. Wie es eben so ist und was doch viele andere auch kennen, man findet die Zeit nicht dazu, es anzugehen. (Oder? Das kennst du auch, oder? Nein, bei dir läuft das anders? Dann kannst du mir gerne einen 1-Stundenkurs gegen Vergütung anbieten.), Während dem letzten verlängerten Wochenende waren andere Dinge wieder einmal wichtiger. Okay, endgültiger Plan war: Dienstagabend Ideen sammeln, Mittwochabend schreiben. Leider passierte am Dienstagmorgen um 5h ein kleiner Unfall mit einer Wespe. Bis jetzt habe ich es in diesem Sommer irgendwie mit den Wespen. Wespennest auf dem Balkon, das ich bis am Mittwoch geduldig und friedlich neben mir duldete. Bereits ein zweiter Wespenstich eben am Dienstagmorgen um 5h, der sich als äusserst grosszügige Giftspritze entpuppte. Ein Schreibtisch im Büro mit überquillender Arbeit wegen zurzeit akuter Hochseeflut und zusätzlichen Ferienabwesenheiten, notwendiger hoffentlich beruhigender Arzttermin wegen dem Wespenstich, Organisation Wespennest wegmachen, Wespennest wegmachen, anderer schon lang gebuchter Termin während der Arbeitszeit, ein noch mehr überquillender Arbeitstisch, ein extremst geschwollener Fuss haben mich am Mittwochabend dann schlussendlich endgültig ruhen lassen. RUHE(!) war angesagt. Einfach nur ruhen. Nichts machen. Natürlich habe ich auch die Wespe als Krafttier gegoogelt (Ich las unter anderem: Fazit: Die Themen sind Selbstbewusstsein, Egozentrik, Aggressivität, Opposition, Rebellion, Willenskraft sowie Stress und Hektik. Hinweise auf Zielorientierung, Disziplin, verantwortungsbewusste Anwendung von Macht und Selbstreflexion. Quelle: http://www.ettrich.at/krafttier-wespe/) Stress und Hektik... Tja... Okay, Planänderung. Anwesenheit im Büro wegen dem überquillendem Arbeitstisch ist unumstösslich. Donnerstagabend Termin ablasen? Hm, ich kann vorher und nachher am Schreibwettbewerb arbeiten und vielleicht finde ich dort noch Inspiration. Okay, es blieb mir schlussendlich der Freitagabend, der Einsendeschlussabend des Wettbewerbs. Ich entspannte mich, sammelte Ideen und schrieb dann. Es floss, aber eher stockend, weitere Ideen musste ich eher suchen. Es stockte immer wieder, aber ich war dran. Ein überraschender Anruf meines grenzenbrechenden Kreativitätsfreund war auch nicht so fliessend wie gewöhnlich. Aber ich war dran. 22:30h machte ich eine Entspannungspause. Heute um 6h bin ich aufgewacht. Einsendeschluss verpasst. Chance verpasst.

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