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Täglich News für das stilvolle digitale Leben von heute. Style Notes bloggt in Zusammenarbeit mit Samsung Schweiz.

Ort Zürich
Gegründet 2014
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Lisa Mettier: Ein neuer Start (7)

Lisa Mettier: Ein neuer Start

Vielleicht hast du vor einigen Jahren mal eine ihrer Electro-Partys besucht. Oder du hast sie in einem Modemagazin entdeckt. Oder aber du hattest mal ein von ihr gestaltetes Magazin in den Händen. Lisa hat schon einiges gemacht in ihren jungen Jahren: Sie ist Grafikerin, hat Partys und Modeschauen mitorganisiert und ist als Model tätig. Egal, was sie macht, eines steht dabei im Mittelpunkt: Mit ihren Projekten soll sie sich identifizieren können. Seit Anfang Jahr arbeitet Lisa Mettier als Grafikerin beim Magazin L’Officiel. Es ist ihre erste Vollzeitstelle seit längerer Zeit. In den letzten Jahren war sie als Freelancerin und Model tätig. Anfragen für Fotoshootings wird sie trotz des neuen Jobs noch annehmen. «Ich kann immer meine Arbeitstage verschieben, falls ich einen Auftrag kriege. Das ist super. Als Model habe ich viel über Mode sowie Fotografie und das Business gelernt. Aber natürlich hat es auch seine Schattenseiten und die Aufträge unterscheiden sich stark. Eine gute Kommunikation finde ich aber immer wichtig. So weiss ich, was das Ziel des Auftrags ist. Das gilt natürlich auch im Grafikdesign.» Lisa beschreibt ihren Stil als modern, aber nicht trendy. Als freie Grafikerin hat Lisa vor allem Logos entwickelt. Ihre Aufträge hat sie hauptsächlich durch persönliche Empfehlungen erhalten. «Ich mache nicht gerne Eigenwerbung. In meinen Partyzeiten habe ich es mit Networking ein wenig übertrieben. Vor fünf, sechs Jahren fand bei mir ein Umdenken statt: Ich will die Aufträge nicht nur durch Beziehungen erhalten, sondern weil ich gut bin. Aber langsam muss ich wieder in ein gesundes Mittelmass erreichen.» Auch Magazine hat Lisa als Selbstständige gestaltet. Bei L’Officiel ist sie alleine für das Layout zuständig. Nicht nur wegen dieser Verantwortung freute sich Lisa über die Stelle. « Das Leben ist einfacher, wenn man hundert Prozent arbeitet. Man weiss, was die Tage bringen und hat ein fixes Einkommen. Vorher hatte ich Monate, die super liefen – aber auch Zeiten, in denen ich wenige Aufträge erhielt. Diese Kalkulation fand ich mühsam. Ich habe es aber genossen, dass ich meine Zeit frei einteilen und von überall aus arbeiten konnte. So habe ich mit meinen Freund den Dezember in Hawaii verbracht.» Existenzängste hatte Lisa nie. Auch ihre Karriere als Model verlief konstant. Angefangen hat diese mit einem kleinen Shooting für einen Kleiderladen. Die zuständige Fotografin arbeitete in einer Agentur. Diese nahm Lisa bald unter Vertrag. «Meine Mutter hat mir mal gesagt: „Es wäre schade, wenn du mit deiner Statur nicht modeln würdest.“ Modeln war eigentlich nie mein Traum und deshalb habe ich auch nie wirklich hart dafür gearbeitet: Zwanzig Castings pro Tag habe ich mir beispielsweise nie angetan. In der Schweiz wird man glücklicherweise oft direkt gebucht.» Lisa war auch international als Model tätig. Nach dem Studium an der Hochschule der Künste in Bern war sie drei Monate in Hong Kong. Die Agentur «Elite Model» hatte sie nach einem Casting in Zürich eingeladen und Flug sowie Unterhalt übernommen. «Hong Kong war anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich erwartete viel Kultur vom alten China, stattdessen ist Hong Kong eine sehr moderne Stadt: Businesslastig und kommerziell. Der Aufenthalt hat mich jedoch sehr geprägt und ich wusste nachher auch, dass ich nicht Vollzeit modeln möchte: Der Umgangston ist oft rau und die Menschen haben wenig Respekt vor den Frauen.» Unterwäsche- und Binkini-Bilder hat Lisa nie gemacht. Diese Entscheidung hat Lisa nicht bereut, auch wenn die Agentur sie ab und zu doch überreden wollte. «Mir ist es wichtig, dass ich auch in zehn Jahren zu meinen Bildern stehen kann. Es wäre mir unangenehm, wenn ich Bikini- oder Unterwäschebilder von mir im Internet finden würde. Ich habe lieber zu viel als zu wenig an.» Lisa hat mit vielen Schweizern Designern zusammengearbeitet. Diesen wollte sie eine Plattform bieten und organisierte mit Freunden die Modeschau  Kostume . Die Anlässe waren ein voller Erfolg – so wie die Killer-Partys, die Lisa ebenfalls organisierte. «Im Ausgang lernte ich einen DJ kennen. Wir haben uns sofort super verstanden und entschlossen, den französischen Electro nach Zürich zu bringen. Ich war damals viel in Paris im Ausgang und fand es schade, dass das Genre in Zürich kaum gespielt wurde. Anscheinend nicht nur ich: Die Killer-Partys waren ziemlich schnell ein grosser Erfolg. Als mir die Reihe zu kommerziell wurde, bin ich jedoch ausgestiegen. Viele konnten das nicht verstehen. Doch ich will mich mit den Acts und meinen Projekten identifizieren können.» Früher wohnte Lisa im Kreis 4 und war oft von Donnerstagabend bis Sonntagabend in den Clubs unterwegs. Heute lebt sie mit ihrem Freund und zwei Häschen am Hegibachplatz. Sie mag die Ruhe und die Nähe zum Wald. «Ich liebe die Natur. Ich bin in Arosa aufgewachsen und ein richtiges Alpenkind: Ich mag Schnee, Winter und Wandern. Wenn ich in Arosa bin, geht es mir gut. Deshalb gehe ich so oft wie möglich nach Hause.» Ganz zurück möchte Lisa jedoch nicht: Sie mag das Stadtleben mit all seinen Möglichkeiten. Auch ein Leben ausserhalb der Schweiz kann sie sich nur schwer vorstellen. «Ich schätze die Schweiz sehr: Die Lebensqualität ist sehr hoch. Kleinigkeiten wie das saubere Trinkwasser, die pünktlichen Verkehrsmittel und die grosse Sicherheit fehlen mir im Ausland oft. Deshalb kann ich es mir nicht vorstellen, woanders zu leben. Das ist eigentlich schade: Ich würde gerne eine Zeit lang im Ausland leben.» In den letzten fünf Jahren sind Lisa und ihr Freund viel verreist. Er arbeitet ebenfalls als Model. Gemeinsam haben die beiden das Leben als Selbstständige genossen und sind mehrmals längere Zeit weggewesen. «Wir waren beispielsweise in Marokko und ich habe ihn öfters an die Fashion Weeks im Ausland begleitet. Auch in Hawaii und Südfrankreich  waren wir mehrmals. Es war ein Luxusleben, aber alle guten Sachen haben Ende.» Diesen Januar hat Lisa als Neustart erlebt. Der neue Job erfüllt sie vollständig und sie freut sich, alle ihre Kräfte für eine Stelle zu bündeln. Doch auch privat möchte sie sich verändern: «2017 wird ein gutes Jahr. Ich will mich mehr auf mich selber konzentrieren. Ich habe das Gefühl, dass ein neuer Lebensabschnitt angefangen hat. Ich will an meinem Charakter, meiner Feinfühligkeit und meinem Umfeld arbeiten. Ich möchte tiefgründiger werden. Ich als Person bin eigentlich mein Projekt dieses Jahr.» Text: Eva Hediger Bilder: Nadine Kägi

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Tu Van Giang: Design ist alles

Freitag zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Schweizer Marken. Seit März 2015 gehört auch die 30-Jährige Tu Van Giang zum Team: Sie ist eine von drei Designerinnen, die sich am Hauptsitz in Oerlikon um die Taschen- und Accessoires-Kollektionen kümmern – von der ersten Idee bis zur Markteinführung. «Meine Freunde fragten mich: «Was machst du denn bei Freitag? Die haben doch bereits genug verschiedene Taschen!» Auch ich war erst skeptisch und dachte: «Die Taschen sind ja nur aus einem Material!» Aber dann habe ich realisiert, dass die Aufgaben sehr vielfältig sind. Es gibt immer wieder neue Modelle zu entwickeln. Es geht dabei ja nicht nur um einen neuen Look, sondern um anspruchsvolle, neuartige Funktionen. Zudem arbeiten wir nicht nur mit gebrauchten LKW-Planen, sondern zum Beispiel auch mit Geweben aus rezykliertem PET oder neuerdings auch mit inhouse entwickelten Stoffen aus Bastfastern. Aus denen entwerfen wir mittlerweile nicht nur Kleider, sondern auch Taschen.» Tu Van war bereits vor dem Vorstellungsgespräch Fan von Freitag. Sie bewunderte die Authentizität und Konsequenz von Daniel und Markus Freitag. Die beiden Brüder haben das Unternehmen 1993 gegründet. «Mich hat zunächst mehr die Marke als die eigentlichen Produkte fasziniert. Kann ich mich mit der Philosophie einer Firma identifizieren, bin ich viel glücklicher, als wenn ich mein Traumprodukt für ein unsympathisches Label entwickle. Es gibt natürlich auch Taschen von Freitag, die ich selber nicht unbedingt tragen würde. Aber das ist bei der Breite der Kollektion nicht wirklich erstaunlich.»   Tu Van und ihre Kolleginnen arbeiten zeitgleich an verschiedenen Projekten: Sie überarbeiten Klassiker und entwerfen aktuelle  Designs. Bis ein Modell im Laden steht, dauert es zwischen sieben und 18 Monaten – je nachdem, ob es sich beispielsweise um das Update einer iPhone-Hülle oder um die Entwicklung einer komplett neuen Reisetasche handelt.   «R123 WOOLF ist das erste Modell, das ich für Freitag entwickelt habe - ein praktischer, aber trotzdem femininer Rucksack. Er ist ein ziemlicher Glückswurf! Er sieht simpel aus und ist sehr funktional. Er ist nicht klobig, hat eine super Grösse und eignet sich optimal für die Arbeit und die Freizeit.» Auch beim Treffen mit Style Notes hat Tu Van den Rucksack dabei. Sie erklärt, dass sie vorher nie einen Rucksack trug – den R123 WOOLF aber ständig benutzt. Sieht sie andere Frauen mit dem Modell, freut sie sich natürlich sehr. Mit ihren Produkten will sie jedoch nicht nur gleichaltrige Frauen ansprechen. «Als Designerin möchte ich mich auf keine Zielgruppe festlegen: Ich entwickle gerne für verschiedene Konsumenten Produkte: Für Frauen, Männer oder Kinder, für sportliche oder elegante Typen, für jemanden aus Zürich oder Tokyo. Meine Sachen tragen immer ein wenig meine Handschrift. Es stört mich aber nicht, dass nirgends mein Name steht: Schliesslich entwickle ich die Produkte nicht ganz alleine, sondern meistens in einem Team.» Vor Freitag hat Tu Van bei 2NDWest in Rapperswil gearbeitet. Dort war sie im klassischen Industrial Design tätig und hat Kaffeemaschinen und andere Haushaltsgeräte entwickelt. Zeitgleich hat sie geholfen, das extravagante Zürcher Brillenlabel Sol Sol Ito aufzubauen. Noch heute verfolgt sie neben ihrem Hauptjob verschiedene Projekte. «Ich leide an der Designer-Krankheit: Ich will immer alles machen! Bei Freitag bin ich nicht Vollzeit angestellt, daher lässt sich alles ziemlich gut unter einen Hut bringen. Im Moment arbeite ich zum Beispiel mit meinem Bruder an einem Projekt, das in Richtung Electronic Transportation geht. Trotzdem möchte ich in diesem Jahr mein Zeitmanagement etwas besser in den Griff kriegen.»   Tu Van ist nicht nur als Produktdesignerin tätig. An der Höheren Fachschule in St. Gallen unterrichte sie einzelne Industrial Design-Kurse. Sie weiss, dass auf diese Absolventen ein harter Arbeitsmarkt wartet. «Ich erkläre meinen Studenten immer, dass ich den besten Job der Welt habe. Aber auch, dass die Stellensuche schwierig ist. Ich habe das erst während meinem Studium realisiert, als ich ein Praktikum gesucht habe. Aber ich hätte mich trotzdem für die Ausbildung entschieden und bereue es bis heute nicht!» Tu Van hat an der Zürcher Hochschule der Künste Industrial Design studiert. Während dem zweiten Jahr hatte sie eine Krise: Ihr fehlte der Praxisbezug und die Überzeugung. Deshalb pausierte sie für zwölf Monate. «Während dieser Zeit habe ich in drei Ländern drei verschiedene Praktika absolviert: In London habe ich Interior/Product Design gemacht, in San Francisco war ich in der medizinischen Branche als Designerin tätig und in der Schweiz als klassische Produkt Designerin. In dieser Zeit realisierte ich, wie vielfältig der Beruf eigentlich ist. Das war ziemlich cool. All diese Erfahrungen kann ich auch bei Freitag einbringen, weil die Marke einen ganzheitlichen Designanspruch verfolgt.»   Für Tu Van ist es wichtig, dass ein Designer über Empathie verfügt sowie aufmerksam und neugierig ist.   Sie weiss, dass gutes Design für jeden Auftraggeber etwas anderes bedeutet. Funktionalität, Ergonomie und Ästhetik spielen je nach Projekt unterschiedlich Rollen. «In den USA hat der Auftraggeber aus der Medizinalbranche nie erwartet, dass ein Produkt am Schluss «schön» ist. Er wollte, dass das Resultat hochwertig und nicht wie ein Tier aussieht (lacht). Schön ist sowieso ein schwammiger Begriff. Es gibt Geschmäcker und Harmonie – für das menschliche Auge angenehm.» Die Medizinalbranche reizt Tu Van noch immer. Als Abschlussprojekt an der ZHdK realisierte sie eine Handschiene. Diese wurden 2013 auch in Beijing und Shanghai ausgestellt. Zu China hat Tu Van eine besondere Beziehung. «Ich bin zweisprachig aufgewachsen: Chinesisch und Deutsch. China kann ich gar nicht beschreiben: China ist schnell und laut, aber gleichzeitig auch zart und fokussiert! Ich bin fast jedes Jahr dort. Es ist für mich ein wichtiges Land, das mich kulturell und beruflich sehr geprägt hat. Mein Bruder lebt heute dort, mit ihm pflege ich einen sehr engen Kontakt.» Tu Van ist mit ihren Geschwistern in der Ostschweiz aufgewachsen. Seit dem Studium lebt sie in Zürich. Sie wohnt im Kreis 4 und hat alles vor ihrer Wohnungstür. «Dieses Grossstadt-Flair mag ich, auch wenn ich Zürich sehr klein finde und mir manchmal die Anonymität fehlt. Ich kann mir auch vorstellen, eine Zeit lang im Ausland zu leben.» Irgendwann möchte Tu Van eine Auszeit nehmen. Vielleicht wird sie dann wieder Cello spielen oder einen Patisserie-Kurs in Paris absolvieren. Backen ist jedoch nicht ihre grosse Leidenschaft. Sie ist aber von den Gestaltungsmöglichkeiten der Süsswaren fasziniert, weil sie zu den wenigen Esswaren gehören, bei denen man mit verschiedenen Textur und Farben spielen kann. Sie können teilweise sogar grafisch sein.  Tu Van hat aber noch weitere Ideen: «Turnschuhe entwickeln und dabei Design mit Gesundheit verbinden - das würde mich auch sehr reizen. Es gibt zwar schon viele Sneakers. Aber auch viele Möglichkeiten, wie man sie gestalten kann. Doch eigentlich bin ich im Moment ziemlich glücklich mit all meinen  Projekten. Nur schade, dass die Zeit so schnell vergeht!» Mit herzlichem Dank an die  Bank  für das Bereitstellen der Location für die Fotoaufnahmen. Die Kreationen von Tu Van findest du bei  FREITAG .  Text: Eva Hediger Bilder: Nadine Kägi

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Sarah Furrer: Urbane Grafikerin

Sarah Furrer ist selbstständige Grafikerin und Illustratorin. Bereits als Dreijährige malte und zeichnete die Luzernerin stundenlang. Ihre Familie hat ihre Leidenschaft und Talent früh gefördert. Vor allem ihre Grossmutter, die selbst klassische Stillleben und Landschaften malte. «Mein Grosi hat mir erste Techniken wie das Zeichnen mit Ölkreide, Kohlen und Graphitstiften sowie das Malen mit Aquarell beigebracht. Es war für mich schon als kleines Mädchen klar, dass ich Grafikerin werden will. Auch wenn ich mir nicht so genau vorstellen konnte, was man da eigentlich macht. Hauptsache ich konnte gestalten. Zudem habe ich ein paar Grafiker gekannt und mochte diese und ihre Arbeiten sehr.» Nach der Schule besuchte Sarah die Fachklasse für Grafik in Luzern. 2008 schloss sie die Ausbildung ab. Nach einem viermonatigen Praktikum in Berlin kehrte sie in die Schweiz zurück und arbeitete bei verschiedenen Zürcher Agenturen. «Die Arbeit fand ich spannend und wichtig für meinen Werdegang. Ich habe gelernt, um 360 Grad zu denken und was es bedeutet, professionell zu gestalten. Ich bin aber froh, dass ich nun mein eigenes Ding machen kann. Jetzt kann ich freier arbeiten und entscheiden, welche Aufträge ich annehme. Auch habe ich mehr Zeit, um mich in die jeweiligen Arbeiten zu vertiefen und meine Ideen zu entfalten.» Im Sommer 2014 hatte Sarah ihren letzten Arbeitstag als Angestellte. Sofort kriegte sie die ersten Anfragen. So illustrierte sie für den Berner Schulverlag das Berufswahltagebuch. Es ist eine ihre grössten Aufträge. «Ungefähr ein Jahr habe ich daran gearbeitet und viele spannende Diskussionen geführt. Ich arbeite immer an verschiedenen Sachen gleichzeitig. Deshalb bleiben längere Projekte manchmal für ein paar Tage oder Wochen liegen. Diese Flexibilität ist mir wichtig. Wenn ich nur an etwas arbeiten würde, wäre es mir vermutlich schnell zu einseitig.» Nach einem erfolgreichen Jahr erlebte Sarah ein Tief: Zwei Monate lang erhielt die Grafikerin keine neuen Aufträge. In dieser Zeit kümmerte sie sich intensiv um ihre persönlichen, illustrativen Arbeiten. «Es hat mich natürlich nervös gemacht und ich hatte meine Zweifel. Aber ich habe sehr gute Freunde, die mich unterstützt haben. Sie haben mich ermutigt, diesen Weg weiterzugehen. Schliesslich habe ich gedacht: «Jetzt ziehst du es durch!» Das ist jetzt genau eineinhalb Jahre her und ich bin froh, dass ich den Mut hatte und an mich geglaubt habe. Als Selbständige muss man lernen, sowohl ruhige als auch stressige Phasen auszuhalten.»   Sarah ist nicht nur freie Grafikerin, sondern arbeitet als Freelancerin regelmässig für verschiedene Agenturen. Ausserdem verfolgt sie verschiedene eigene Projekte. Wie zum Beispiel Wandmalereien oder illustrative Arbeiten, die sie später auch ausstellt. «Diese Mischung passt mir sehr gut und ermöglicht mir innerhalb der Arbeit einen Ausgleich. Soeben habe ich zusammen mit elf weiteren Kreativschaffenden eine Ausstellung mit dem Titel SOMETHING LIKE A CADAVRE EXQUIS in einer Pop-Up-Galerie durchgeführt. Aus einer Prosecco-Idee entstanden drei Siebdruckplakate und ein Zine. Über ein halbes Jahr habe ich koordiniert und organisiert. Solche freie Projekte machen besonders Spass und sind sehr befriedigend.» In anderen Jahren war Sarah teilweise an vier bis fünf Ausstellungen beteiligt. Dieses Jahr stellte die Illustratorin nur einmal aus. Nach der Finnissage bleiben die käuflichen Drucke. «Ich freue mich, wenn ich Menschen mit meiner Arbeit anspreche und berühre. Viele interpretieren ihre eigene Geschichte in meine Bilder. Ich vermische Illustration und Grafik oft miteinander. Es ist aber schwierig, sich von anderen zu unterscheiden. Auch wenn man denkt, dass man etwas Einzigartiges geschaffen hat, findet man immer irgendwo eine ähnliche Arbeit. Deshalb möchte ich mich hüten, zu sagen, dass meine Sachen einzigartig sind.» Reisen inspirieren Sarah. Als Kind hat sie einige Jahre in den Staaten gelebt und viele Ferien dort verbracht. Später reiste sie durch Europa und Asien. Auch die Zeit in Südamerika war prägend. «Vor allem Bolivien hat mich sehr fasziniert. Die dortige Natur hat mich in den Bann gezogen: Die unendliche Weiten auf über 5000 Metern und das Farbenspiel. Aber auch die Trachten und Menschen haben mich inspiriert.» Doch auch das Weltgeschehen beeinflusst Sarahs Arbeiten. Beschäftigen sie beispielsweise gelesene Artikel länger, so versucht sie ihre Gedanken auch künstlerisch zu ordnen. Politisch sei ihre Arbeit aber nicht. «Ich möchte nicht den Mahnfinger heben. Meine Arbeiten sind gesellschaftskritisch, aber vermischen sich stark mit persönlichen Emotionen und den Dingen, die ich im Alltag erlebe, sehe und lese. Andere führen Tagebuch, ich versuche meine Gedanken und Emotionen visuell zu verarbeiten.» Sarah ist musikbegeistert. Früher hat sie stundenlang neue Musik gesucht und in Plattenläden gestöbert. Heute geht sie regelmässig an Konzerte – oft auch von Interpreten, die sie gar nicht wirklich kennt. «Höre ich Musik, bin ich total produktiv. Ich kann mich von meiner Umwelt abschotten und mich voll auf meine Arbeit konzentrieren. Ich höre Hip-Hop, aber auch Electro sowie Jazz oder Klassik. Das hängt sehr von meiner Stimmung ab. Im Ausgang und an Konzerten beruhigt mich Musik aber eher.» Sarahs Atelierplatz im Kreis 4 mit neun weiteren Mietern ist ebenfalls wichtig für ihre Arbeit. Der Austausch mit den anderen Kreativen bedeutet ihr viel und bringt sie oft auf neue Ideen. Und auch sonst schätzt sie die Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen und Künstler. «Dieses Jahr war ich mit Zürcher und marokkanischen Kunstschaffenden in Marrakech im Rahmen der 6. Marrakesch Biennale. Ich habe das Kollektiv KE’CH während ihrer Ausstellung grafisch begleitet. Dieser kulturelle Austausch und das gemeinsame Arbeiten haben mir sehr gefallen. Das möchte in Zukunft vertiefen. Ich habe jahrelang vorgehabt, wieder ins Ausland zu gehen. Ich fand London, Paris, Berlin oder New York super. Aber irgendwie ist Zürich für mich der Ort, der mir momentan am meisten Spass macht.» Sarah lebt seit einigen Jahren in Zürich. Nach einem Praktikum in Berlin war ihr ihre Heimatstadt Luzern plötzlich zu klein. Der Umzug hatte aber auch andere Gründe. «Ich war schon als Kind öfters in Zürich, weil viele Bekannte meiner Eltern hier leben. Um erste Arbeitserfahrungen in Agenturen und Designbüros zu sammeln war Zürich perfekt. Natürlich hat mich auch die Stadt und ihr vielseitiges kulturelles und gastronomisches Angebot angezogen.» Dieses Jahr hat Sarah viel mit anderen Leuten zusammengearbeitet und Projekte realisiert. Das fand sie inspirierend – doch 2017 will sie sich wieder vermehrt ihren eigenen gestalterischen Ideen widmen. Und die weiteren Ziele? «Ich möchte weiter meinen Weg gehen und das machen, was mir am meisten Freude bereitet. Ich möchte mehr Projekte im Ausland realisieren, mich für neue Ideen entscheiden können und mit meinen Resultaten zufrieden sein. Und natürlich hoffe ich, dass die Inspiration immer weiter sprudelt.» Credits: Wandbild in Kollaboration mit Irons, Adics, Teos & Milos von magx.ch im Auftrag der Stadt Zürich. Illustration auf Jute für Choba Choba Pop Up CHOCOLATE REVOLUTION HOUSE Links: Website:  iamsafu.ch Instagram:  @safu_one Text: Eva Bilder: Nadine Restaurant:  Co Chin Chin  

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My Van Le: Die Sammlerin

Eigentlich sollte an der Bahnhofstrasse ein vietnamesisches Restaurant eröffnen. Weil noch einige Bewilligungen ausstanden, überliess ein befreundeter Gastronom My Van Le das Lokal. Mit anderen Zürcher Labels betrieb die 31-Jährige wochenlang einen riesigen Popup-Store. My Van war mit ihrem Vintage-Label «Van Lo» vertreten: Sie bot eine grosse Auswahl an rarer 90er Sportswear und High End-Stücken aus den letzten Jahrzehnten an. «Mein Lager bestand aus etwa 200 Artikeln. Als ich wusste, dass es mit der Zwischennutzung klappen wird, habe ich natürlich bestellt wie wild. Um den Laden alleine zu füllen, hätte ich aber mindestens das Dreifache gebraucht. So viel Kapital hatte ich nicht – ich investiere noch immer alles selber. Der Laden an der Bahnhofstrasse war für uns alle eine spannende Möglichkeit, eine komplett neue Laufkundschaft anzusprechen. » Mit ihrem Label besucht My Van jährlich drei bis vier Events. Diese Anlässe sind sehr zeitintensiv. Um mit weniger Aufwand ihre Sachen verkaufen zu können, beliefert sie deshalb seit Mai den «Lucy Store» von Big Zürich am Limmatquai. Ausserdem organisiert My Van seit diesem Jahr auch Home Sales. «Ich habe das Schlafzimmer in meiner 2,5-Zimmer-Wohnung aufgelöst und ein Van Lo-Lager eingerichtet. Dort bewahre ich alle Kleider auf, erfasse und mache sie zum Verkauf bereit. Auch finden in meiner Wohnung die Home Sales sta tt. Ich merke, dass die Nachfrage mit jedem Event steigt. Deshalb arbeite ich jetzt an einem Businessplan und finde weitere Lösungen. Ich suche ein grösseres Atelier mit einem fixen Product Shoot Setup. So könnte ich wieder einen Online-Shop anbieten.»   2014 hat die St. Gallerin mit vietnamesischen Wurzeln «Van Lo» gegründet. Der Name setzt sich aus der zweiten Silbe ihres Vornamens und dem Kürzel von Ralph Lauren`s Polo Brand zusammen. Mit ihren Jacken aus den 90ern spricht My Van vor allem Teenager an. Die meisten Kundinnen und Kunden stammen aus Zürich. Doch auch aus anderen Kantonen, dem Welschland, Deutschland und England erhält My Van immer mehr Anfragen. «Als ich vor zwei Jahren angefangen habe, mich auf Vintage Sports Apparel zu konzentrieren, hatte der 90er-Hype die Schweiz noch nicht ganz erreicht. Meine Ware ist nicht für jedermann. Während meine älteren Kunden wegen meinen Sportkleidern in Nostalgie verfallen, hypen meine jungen Kunden Brands wie Ellesse, Sergio Tacchini oder Fila, weil dies Neuland für sie ist. Die Leute wollen exklusive Ware. Die Musik-Superstars tragen wieder Tommy Hilfiger und Brands aus den 90er in den Videos. Davon profitiere ich natürlich.» Bevor sich My Van dem Vintage-Business widmete, gründete sie 2010 mit Freunden «MYANH Clothing» - ein Streetwearlabel benannt nach ihrer früh verstorbenen Mutter. Nach zwei Kollektionen wurde «MYANH Clothing» eingestellt. «MYANH bleibt mein “Herzlabel”. Ich habe das Brainstorming mit meinem Team geliebt! Auch habe ich mit MYANH während vier Jahren alle Höhen und Tiefen durchlebt. Die Erfahrungen auf zwischenmenschlicher und geschäftlicher Ebene haben mich stark geprägt und gut auf VAN LO vorbereitet. Ich vergleiche die Labels aber ungerne miteinander, da die Herangehensweisen total verschieden sind.» Mit der  Kreditkarte ihres älteren Cousins hat My Van als Jugendliche Teile von damals beliebten Marken wie Triple5Soul, Ecko, Enyce, Rocawear oder Babyphat auf Ebay und anderen Plattformen bestellt – und diese an Freunde und Verwandte verkauft. Eines ihrer Lieblingsbrands ist seit Jahren Ralph Lauren, sie selber zieht aber kaum Marken an. «Ich bin keine Fashionista und Mode interessiert mich eigentlich wenig. Ich würde mich als «Digger» oder «Kuratorin für das besondere Etwas» bezeichnen. Es erfüllt mich extrem etwas zu finden, das andere nicht haben. Die Suche nach dem Raren war schon immer meine Motivation. Mich interessieren nicht nur Kleider, sondern auch spezielle Home Decor Artikel oder handgemachte Kunst aus aller Welt. Ich sehe oft  exklusiven Gadgets die es in Zürich nicht zu kaufen gibt. Leider habe ich noch keine Kundschaft dafür. Aber ich möchte mein Angebot sehr gerne irgendwann ausweiten.» Auch als Teenagerin hat My Van nicht nur Sneakers und Vinyl-Platten entdeckt. Schon immer faszinierte sie rare Fundstücke und spannende Subkulturen. «Was die meisten nicht wissen: Ich habe als 18-Jährige in meiner Heimatstadt St. Gallen an Schwulen- und Lesbenpartys aufgelegt und mir oft nach der Schule die Q-Bert DIY Routines und ITF Videos angeschaut. Meine Interessen haben sich natürlich verändert. Aber ich glaube: Ein Nerd bleibt man ein Leben lang. Ich steigere mich in jeder Hinsicht in alles rein, was mich erfüllt. Ich verliere mich unglaublich gerne in Details. Diese Eigenschaften machen mich wahrscheinlich zu einer passionierten Perfektionistin.» Die Inspiration, ein Label für Vintage Kleidung zu gründen, fand My Van in Japan. In dieses Land führte sie eine mehrmonatige Weltreise. «Ich bereiste alleine Indien, Nepal, Japan und die USA. Die Reise war sehr lehrreich und spannend, am meisten geprägt hat mich aber die Zeit in Japan. Ich bewundere die Ästhetik, die Originalität und die unangestrengte Einzigartigkeit der Japaner. Mein dreiwöchiger Aufenthalt in Japan hat das Feuer für Van Lo geweckt. Vor allem in Kyoto habe ich die meiste Zeit in versteckten Vintagestores verbracht, die mich mehr an ein Museen als an Läden erinnerten.» Die Ware kommt hauptsächlich aus den Staaten, England, Japan und Malaysia. Denn My Van «diggt» die Kleider ausschliesslich im Internet. Jedes Stück sucht sie einzeln aus und schliesst einen Deal ab. Fehlkäufe passieren My Van kaum noch. «Am Anfang habe ich viele Sachen erhalten, die qualitativ überhaupt nicht meinen Vorstellungen entsprachen. Mittlerweile weiss ich jedoch, auf was ich achten muss. Auch pflege ich einen Pool an internationalen Verkäufern, auf den  ich monatlich zurückgreife. Manche Verkäufer wissen, was für einen Style ich mag und senden mir von sich aus Produktbilder. Das erleichtert mir das Aussortieren der Perlen.» Bis vor drei Monaten arbeitete My Van bei der Swisscom. Zwar war sie bereits als Jugendliche kreativ und liebte es zu filmen und zu fotografieren – doch für sie und ihre Grossmutter war klar, dass sie die Matura machen wird. Nach dieser arbeitete My Van auf der Bank. Weitere Bürojobs folgten. «Ich konnte mich mit diesen Firmen nie identifizieren und war deshalb eine sehr passive Mitarbeiterin. Eigentlich bin ich ein sehr kreativer Mensch, der gerne Ideen einbringt. Mein Herz und Kopf waren aber nie wirklich am Arbeitsplatz. Meine Balance fand ich bei Projekten, die ich in meiner Freizeit verfolgte. Nach zehn Jahren sagte ich mir: “Jetzt versuchst du mit dem, was du kannst und liebst.” Es zeigte sich: Die Leute nahmen meinen Erfahrungsschatz ernst. Ich habe schliesslich viele Projekte realisiert, Videos produziert, Kollaborationen initiiert und einiges mehr. Ich traf die Entscheidung mit einem guten Bauchgefühl.» My Van konzentriert sich nicht nur auf ihr eigenes Vintage-Projekt, sondern ist neu auch für das Social Media und Digital Marketing des Gyms «Balboa» zuständig. Sie übernimmt dort das virtuelle Storytelling, filmt und editiert Fotos. Zwei Leidenschaften, die sie auch privat erfüllen. «Ich bin sozusagen DER Moment-Catcher. Ich habe den inneren Drang, Moment festzuhalten. Ich dokumentiere, was mir gefällt und was ich erlebe, weil ich mich später an es erinnern will. Ich bin eine elende Nostalgikerin, aber diese Besessenheit brachte mich jetzt weiter.» Am 5. November 2016 launcht My Van in der Ambossrampe «The H.O.V. Club» (The Haus Of Van Lo). Es  wird ein  klassischer Van Lo-Sale mit Raritäten, Musik, Food, Drinks sowie einem 90er-Game Corner. Auch stellen vier Fotografen ihre Werke aus. Mit diesen arbeitet My Van seit Jahren zusammen.   «Mit «The H.O.V. Club»  möchte ich zukünftig vermehrt mit nationalen und internationalen Musikern, Filmschaffenden und Fotografen arbeiten. Ich möchte auch den jungen Leuten eine Plattform bieten. Neben dem «Diggen» und meinem Shop, bringe ich einfach gerne kreative Menschen zusammen. Es erfüllt mich, junge Menschen zu motivieren, ihrer Leidenschaft nachzugehen und sie in verschiedenster Form zu inspirieren. Ich glaube, das ist eine meiner grössten Stärken.“ Text: Eva Bilder: Nadine

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Tanja Frieden – Voll in Fahrt

Tanja Frieden ist Coach, Botschafterin, hält Referate - und besitzt eine goldene Olympiamedaille. Ihre Leistung machte die Snowboarderin 2006 nicht nur zur Siegerin, sondern vor allem in der Schweiz bekannt. Noch immer erinnern sich die Menschen an Tanja und ihren «Plämpu», wie sie die Medaille einst in einem Interview nannte. «Ich vergleiche meine Karriere gerne mit einem Blumenstrauss: Die Goldmedaille ist die glanzvollste, aber auch der Rest schillert eindrücklich. Vor meinem Olympiasieg war ich bereits zehn Jahren Spitzensportlerin. Von Beginn an habe ich die Snowboardcross-Szene aktiv mitgestaltet und geprägt. Ich habe erlebt, wie die rebellische Sportart immer mehr professionalisiert wurde. Doch die breite Masse hat mich erst nach dem Olympia-Sieg wahrgenommen.   Vier Jahre lang bereitet sich Tanja auf die Olympischen Spiele in Turin vor. Nicht nur sportlich – der damals 30-jährigen Snowboarderin war klar, dass es bei Olympia nicht nur um den Sieg geht. 2003 stand fest: «Snowboard wird eine olympische Sportart. Für uns war das ein grosser Schritt. Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie unser Sport in Turin gezeigt werden soll. Ich zählte damals zu den Älteren im Business und habe mich stark engagiert. Es war unsere erste Möglichkeit, uns einer breiten Massen zu präsentieren. Ich wollte meine Leidenschaft für das Snowboardcross weitergeben. Aber natürlich habe ich auch überlegt, wie ich mich als Randsportlerin präsentieren kann.»   Beim Snowboardcross startet zeitgleich eine Gruppe von mindestens vier Fahrerinnen oder Fahrern. Für gewöhnlich ist die Strecke eng und mit diversen Herausforderungen wie Sprünge oder Wellen sowie mit verschiedenen Neigungswinkeln präpariert. Tanja war sich immer bewusst, dass der Sport gefährlich ist. «Es ist eine sehr risikoreiche Sportart. Doch das Snowboardcross fasziniert mich heute noch. Man kann zwar einzelne Punkte trainieren, bei den Wettkämpfen muss man sich aber total auf die jeweilige Situation einstellen. Das erlebe ich im Alltag immer wieder: Man kann sich gewisse Skills aneignen, aber alles planen geht nicht.»   Nach einem schweren Sturz gab Tanja 2010 ihren Rücktritt als Spitzensportlerin bekannt. Heute arbeitet sie als Coach, Referentin, Moderatorin und Botschafterin. Ihr eigenes Unternehmen hat sie bereits vor zehn Jahren gründet. «An den Olympiasieg denke ich im Alltag nicht mehr. Als Sportlerin bin ich es gewohnt, schnell weiterzugehen. Wenn es nicht so rund läuft, erinnere ich mich aber an die Zeit. Und denke dann: «Hey, auf dem Weg zum Olympia-Sieg hattest du auch viele Niederlagen und auch diese haben dich weitergebracht!» Ich bin eine Person, die sich viel hinterfragt und immer wissen will, was sie besser machen kann. Ich bin jetzt selbstständige Unternehmerin. Vor zwei Jahren hatte ich weniger Anfragen und verschiedene Partnerschaften kamen nicht zustande. Doch jetzt läuft es wieder super.»   Als Coach betreut Tanja die unterschiedlichsten Kunden: Sie berät junge Spitzensportler, wie sie zum Beispiel Karriere und Ausbildung miteinander vereinbaren können oder gibt ihre eigenen Erfahrungen als Spitzensportlerin weiter. Oder unterstützt Führungskräfte und Teams beim Lösen von unternehmerischen Problemen. Auch Privatpersonen suchen Tanja auf – zum Beispiel nach einer persönlichen Krise. «Meine absolute Leidenschaft ist es, ein Ziel zu erreichen. Ich will den Leuten zeigen, dass auch sie ihre persönlichen Goldmedaillen gewinnen können. Ich arbeite mit Sportlern und Führungskräften von kleinen und grossen Firmen zusammen. Ich mag es, in neue Situationen einzutauchen. Ich habe eine Kundin, die seit einiger Zeit selbstständig ist. Ich gebe ihr eine Aussensicht und erarbeite mit ihr verschiedene Szenarien. Entscheiden tut sie. Ich habe mich in schwierigen Situationen immer wieder an Profis gewendet – man muss ja seine Probleme nicht immer alleine lösen.» Während dem Gespräch hört man im Hintergrund immer wieder ein Baby brabbeln. Es ist Tanjas Sohn: Am 31. Januar 2016 wurde Luam geboren. «Es fühlt sich so an, als wäre Luam schon immer dagewesen. Aber natürlich hat sich viel verändert. Ich bin seit der Geburt noch viel effizienter geworden. Ich frage mich auch vermehrt, was wirklich wichtig ist und welche Arbeiten ich übernehmen möchte. Ich arbeite zwar gerne, aber ich will auch viel Zeit mit meinem Sohn verbringen. Mit ihm kann ich das Leben neu entdecken.» Vor knapp einem Jahr ist Tanja in das Haus ihrer verstorbenen Eltern in Thun eingezogen. Dort lebt sie mit ihrem Partner Marc Ramseier und dem gemeinsamen Söhnchen. Noch immer ist Frieden viel unterwegs – und freut sich jedes Mal auf ihre Heimat. «Ich sage immer: Es ist schön, in Thun zu sein. Aber es ist auch schön, zu gehen. Ich bin von hier schnell in Luzern, Zürich und Bern. Das ist wichtig für mich. Wenn ich hier bin, bietet mir die Stadt eine hohe Lebensqualität, Berge und einen See.» Tanja mag die Natur. Auch deshalb fühlt sie sich in Norwegen wohl. Ihre Mutter stammt aus diesem Land. Am Anfang ihrer Karriere bestritt Tanja Wettkämpfe für Norwegen. «Ich besitze den norwegischen Pass und spreche die Sprache fliessend. Das Land hat mich stark geprägt. Das Haus meiner Grosseltern lag mitten im Wald. Wenn ich meine Ferien bei ihnen verbrachte, war ich ständig in der Natur und in Bewegung. Auch habe ich viele skandinavische Werte mitgenommen. Mir ist zum Beispiel die Familie sehr wichtig.» Ihr gefällt, dass in Norwegen verschiedene Betreuungsmodelle etabliert sind – und niemand erwartet, dass eine Mutter ihre Stelle aufgibt. Tanja und ihr Mann teilen sich die Betreuung von Luam: Beide arbeiten 60 Prozent, an einigen Tagen besucht der Sohn die Krippe oder wird von den Grosseltern betreut. Dass diese Aufgabenteilung in der Schweiz immer noch nicht verbreitet ist, findet sie schade. «Kürzlich wurde der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub abgeschafft. Das ärgert mich sehr. Die Schweiz ist wirklich noch sehr konservativ. Für mich war immer klar, dass ich weiterarbeiten werde. Doch ich habe gedacht, dass sich die Menschen nach der Geburt weniger für mich interessieren – weil sie annehmen, dass ich mich nur noch um das Baby kümmere. Doch das Gegenteil ist eingetreten: Ich kriege immer mehr Aufträge.» Obwohl Tanja viel zu tun hat, nimmt sie sich Zeit für ihren Sohn. Im Oktober reisen die drei zum ersten Mal als Familie in die Ferien. Das zehnjährige Jubiläumsfest von Tanjas Firma muss warten – gefeiert wird erst 2017. Text: Eva Bilder: Nadine

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Lhaga Koondhor: Alles aus Leidenschaft

Lhaga Koondhor prägt das Zürcher Nachtleben, organisiert Partys in Weltstädten und tourt als DJane durch China. Viel Arbeit, viel Abwechslung und noch mehr Ideen. Das war nicht immer so – als Teenagerin entschied sich die Zürcherin für eine KV-Lehre. «Bereits in der Primarschule war mein Berufswunsch «Sekretärin». Meine Mutter und viele andere Familienmitglieder arbeiteten auf der Bank, deshalb war für mich früh klar, dass ich auch dort arbeiten möchte. Vor allem für meinen Vater und meine Mutter bedeutete das KV berufliche Sicherheit. Ich kann die beiden verstehen – sie mussten ihre Heimat verlassen und in der Schweiz alles neu aufbauen. Mich hat die Lehre jedoch nicht glücklich gemacht.» Lhagas Eltern kommen aus  dem Tibet. Ihre Mutter flüchtete als Mädchen in die Schweiz. Sie und Lhagas Vater leben seit fünf Jahren wieder in Tibet.  Mit dem Land fühlt sich Lhaga sehr verbunden – nicht nur spirituell. «Als Djane nenne ich mich Asian Eyez und mein Logo sind Buddha-Augen. Im Westen gibt es in der Musik, Kunst und Mode nur sehr wenige Asiatinnen und Asiaten. Deshalb hatte ich keine professionellen Vorbilder und musste mir meinen Weg selber suchen. So dauerte dieser zwar länger, aber er hat mich auch stärker und selbstbewusster gemacht.» Aufgewachsen ist Lhaga im Zürcher Oberland. Erst 2011 landete sie endgültig in Zürich – und brauchte dringend einen Job. Dass Lhaga bald hinter der Theke der Longstreet Bar stand, war jedoch purer Zufall. Einer ihrer Freunde hat ihr den Job vermittelt. «Ich wollte damals nicht unbedingt in einer Bar arbeiten. Doch der Job kam mir gelegen und ich fand das Longstreet eine spannende Bar. Bald habe ich gemerkt, wie gerne ich Gastgeberin bin - nicht nur hinter der Bar.»   Ihr Talent  machte das Superzero aufmerksam. Der Club im Niederdorf warb Lhaga ab. Heute ist die Bar zwar geschlossen, doch damals zählte sie zu den alternativen Lieblingsorten vieler Zürcher. «Im Superzero habe ich meine ersten Erfahrungen als Veranstalterin gesammelt und Kontakte geknüpft. Auf einer längeren Reise durch die USA kam ich zum ersten Mal mit New Rave in Kontakt - einer Szene, die ich vorher nur über Social Media Plattformen wie Myspace kannte. Als ich wieder in Zürich war, sagte ich zum Betreiber des Superzeros: «Du musst so Partys wie in den USA organisieren.» Er meinte nur: «Wieso machst du es nicht selbst?» Nach einem erfolgreichen Jahr kehrte Lhaga 2012 ins Longstreet zurück. Dort gründete sie mit zwei Zürcher Künstler und Freunden die Reihe «House of Mixed Emotions.»   «Meine Leidenschaft für neue Musik hat gesorgt, dass im Longstreet eine einmalige Subkultur gefördert wird. Mit «House of Mixed Emotions»  haben meine beiden Partner und ich junge Acts ins Lokal geholt, die später auf den grossen Festivals spielten. So trat 2012 der Rapper Mykki Blanco bei uns auf. Das gelingt uns vor allem mit viel Leidenschaft und Herzblut. Grosse finanzielle Mittel haben wir kaum: Unsere Partys und Konzerte sind gratis. Als Bar verlangen wir kein Eintrittsgeld.» Lhaga ist jedoch nicht nur für die Shows im Longstreet verantwortlich. Sie organisiert auch fernab der Langstrasse zahlreiche Events und arbeitet an verschiedenen Projekten mit. Sie weiss mittlerweile, dass eine gute Party nichts mit Szenen zu tun hat. «Erst kürzlich habe ich mit der Upstate Galerie auf dem Kochareal einen Event orangisiert – und auch die Rapcrew Goth Money Records aus den Staaten sowie den Genfer Rapper Di-meh engagiert. Das war eigentlich purer Zufall. Goth Money Record wollte ich schon länger buchen. Im Moment hat das Longstreet aber ein reduziertes Sommerprogramm. Als Goth Money Record nur an diesem Abend spielen konnten, war für mich klar, dass ich den Act mit dem Anlass auf dem Kochareal verbinde. Schlussendlich kam es genau so und es hätte nicht besser passen können.» Ihr Gespür für die richtigen Acts und ihre Kreativität wurden nicht nur mit unvergesslichen Abenden belohnt. 2012 wurde das Longstreet mit dem «Best Night Life Bar»-Award ausgezeichnet. Die Preisverleihung ist Lhaga aus einem besonderen Grund im Gedächtnis geblieben: «Während dem Abend realisiert ich plötzlich: Das Publikum besteht zu 80 Prozent aus Männer. Ich persönlich hatte nie ein Problem damit. Die Männer, mit denen ich zusammenarbeite, sind liberal gegenüber den verschiedenen Geschlechtern. Trotzdem habe ich beschlossen, dass ich Frauen mehr fördern will.» Deshalb unterstützt Lhaga Frauen und Kolleginnen, die selber Events organisieren und auflegen. Mit einer ihrer Freundinnen arbeitet sie auch eng zusammen: Natalia ist ihre langjährige Geschäftspartnerin, mit der sie bereits zig Projekte realisierte. Das neuste?   «Mit dem Schweizer Mode-Label  Ottolinger reisen wir diesen September an die Fashion Week in New York. Wir helfen den beiden Designerinnen Christa Bösch und Cosima Gadient bei der Show und sind natürlich auch musikalisch involviert.» Die Zusammenarbeit mit dem aufstrebenden Label läuft schon länger. Lhaga und Natalia modelten für die erste Kollektion und legten als DJ im Londoner Showroom auf. Ein Mix, den Lhaga liebt. «Mode hat mich schon immer sehr interessiert. Ich finde es super, dass die Grenzen zwischen Fashion, Kunst und Musik verschwunden sind - wobei ich mir diese Grenzen nie gesetzt habe. Ich lasse mich auch als kreative Unternehmerin nicht definieren.» New York ist aber nicht der erste Stopp in der Ferne. Bereits im  März tourte Lhaga und Natalia mit einer amerikanischen Transgender-Künstlerin und einer Schweizer Schriftstellerin durch China. Dieses internationale Engagement soll in Zukunft gestärkt werden – auch mit der ersten eigenen Agentur, welche die beiden Freundinnen bald gründen wollen. An eine Auswanderung denkt Lhaga aber nicht. «Zürich wird immer meine Heimat bleiben. Ich liebe die Lebensqualität, die vielen Cafés und die warmen Sommer. Nach meinen Reisen freue ich mich immer, wenn ich wieder hier bin und schätze die Stadt mehr.»   Vor allem die Langstrasse liebt Lhaga besonders. Nicht nur, weil hier ihre erfolgreiche Karriere angefangen hat. «Hier ist immer etwas los. Nicht nur im Nachtleben - im Kreis 4 kann man auch einen feinen Kaffee trinken, im Park spazieren gehen oder eine gemütliche Bar besuchen. Man lebt hier auch im Rotlichtmilieu gut miteinander. Zürich braucht diesen lebendigen Ort.» Text: Eva Fotos: Nadine

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9 Volt Nelly: Zusammen unter Strom

Jane Mumford und Lea Whitcher sitzen in der gemeinsamen Wohnung am Brocki-Küchentisch. Die zwei Frauen sind enge Vertraute, beenden einander Sätze und streichen sich Haare aus dem Gesicht. Kennengelernt haben sich die beiden am Liceo Artistico, heute sind sie als  9 Volt Nelly  unterwegs. Jane: «Wir sind beide zweisprachig aufgewachsen. Deshalb mussten wir den Englischunterricht nicht besuchen. In den Stunden haben wir zusammen Bücher gelesen und diese später der Klasse präsentiert. Einmal haben wir auch zusammen für ein freies Theaterfestival ein Stück realisiert. Lea trug eine blonde Perücke, ich eine rosafarbene. Es ging irgendwie um Identitäten. Richtig pseudointellektuell. Befreundet waren wir aber nicht. Ausserhalb der Schule haben wir uns nie getroffen.» Nach der Matura brach der Kontakt ab. Jane studierte Trickfilm in Luzern, Lea Schauspiel in Zürich. Eines ihrer Theaterprojekte führte die beiden wieder zusammen – und heute wohnen sie mit zwei weiteren Freunden in einer grossen Wohnung in Wiedikon. Vor einem Jahr ist Jane eingezogen, Lea lebt seit einer Dekade dort. Lea: «Wir haben uns eine Bewährungsprobe von einem halben Jahr gegeben. Nach dieser Zeit hätten wir beide ohne genaueren Grund sagen können, dass es zu viel wird. Wir versuchen auch, 9 Volt Nelly von der WG zu trennen. Wir geben uns klare Zeitfenster, in denen wir gemeinsam arbeiten. Aber natürlich passiert es auch, dass ein Lied spontan und mit Apérol Spritz am Küchentisch entsteht.»   Für ihre Masterthesis befasste sich Jane mit Humor. Lea vermittelt ihr den Kontakt zu Patrick Karpiczenko. Er ist ein enger Freund und Hauptverantwortlicher für die Comedy-Late-Night mit Dominic Deville. Jane besuchte mit ihm eine Vorstellung vom «Bösen Montag» im Theater am Hechtplatz. Jane: «Als ich die Bühnenshows sah, dachte ich, dass wir das doch auch machen könnten. Ich war zu diesem Zeitpunkt sowieso gelangweilt und fast verzweifelt, weil es mit meiner Masterarbeit nicht rund lief. Ich habe deshalb mit Patrick eine Wette abgeschlossen, dass wir beide am nächsten «Böser Montag» auftreten würden. »   Lea willigte ein und knapp einen Monat später traten die beiden als Whiskey Sisters auf. Das Repertoire bestand aus drei selbstgeschriebenen Liedern. Lea: «Jane schickte mir einen Song, den sie mit texanischen Akzent sang. Ich dachte sofort an meinen Country-Song «Fuck Freedom», den ich vor längerer Zeit geschrieben hatte. Da war klar, dass es in Richtung Western gehen wird. Als Kostüme verwendeten wir zwei Prinzessinnen-Kleidchen, die ich auf meinem Dachstock gefunden hatte. Wir überschminkten unsere Lippen, leerten eine halbe Flasche Whiskey und legten los.»   Das Getränk sollte die Nerven beruhigen. Die beiden Freundinnen rechneten damit, von dem Publikum ausgebuht zu werden. Doch die Show gefiel. Auch den beiden Whiskey Sisters. Lea: «Am besten funktionieren wir, wenn es uns selber Spass macht. Wenn wir kein Fest auf der Bühne haben, dann langweilen wir auch das Publikum. Nach drei weiteren offenen Bühnen hat uns unser jetziger Manager einen Platz im Weihnachtsspektakel «Stille Kracht» in Winterthur vermittelt.» Im September findet die Premiere ihres ersten abendfüllendem Programm statt. In «Ich möchte ein Eisberg sein» geht es um eine Kreuzfahrt. Bereits am Oltner Kabarett Casting haben sich Lea und Jane diesem Ferienthema gewidmet – den Preis gewonnen und das Geld in die Recherche investiert.     Jane: «Wir hatten eine Mittelmeer-Cruise gebucht. Es war aber nicht nur eklig, sondern auch schön.  Anscheinend bin ich doch bünzliger, als ich dachte. Ausgangslage für das Stück war der Bau des grössten Kreuzfahrtschiffs der Welt, welches Platz für über 6000 Menschen bietet. Es ist für uns ein Symbol der Spass- und Konsumgesellschaft. In unserem Programm geht es um das Prinzip «Ferien». Wir fragen uns aber auch: Wieso meinen wir, dass wir eine Auszeit von der Arbeit brauchen?» Was halten die beiden jungen Kabarettistinnen von ihrem Arbeitsplatz, der Schweizer Comedy-Landschaft? Lea: «Je mehr ich mich mit der Szene auseinandersetze, desto mehr fallen mir Leute auf, die mit Klischees arbeiten. Das kann lustig sein. Aber es ist vermutlich auch problematisch, wenn man sich zum Beispiel aus Ausländer über die eigene Ethnie lustig macht. Auch gibt es so viele Witze über die Schweiz und den Kantönli-Geist. Unsere Generation und ihre Vertreterinnen wie Lara Stoll oder Hazel Brugger finden wir sehr spannend. Auch, dass die Grenzen zwischen Comedy, Slam Poetry und Musik immer mehr verschwinden, ist super.»     Die beiden Frauen verknüpfen Popkultur mit Weltpolitik, mischen Sprachen und lieben Kostüme. Sie schauen auf Youtube gerne Clips von amerikanischen Comedians, lieben Monty Python und das Können von Gleichaltrigen. Was ein gutes Programm ausmacht, ist den beiden klar: Jane: «Ich liebe im Theater die Unsicherheit. Nicht der Zweifel, ob die Leute auf der Bühne ihre Show im Griff haben. Sondern die innere Frage: Wo wird der Abend hinführen? Wir möchten dieses Gefühl dem Publikum geben – und gleichzeitig vermitteln, dass es einen roten Faden gibt – trotz allen Überraschungen.»   Lea liebte lustige Rollen bereits als Mädchen. Ihre Ausbildung an der Zürcher Hochschule der Künste fokussiert aber auf klassische Stücke. Trotzdem fühlt sie sich als Teil von 9 Volt Nelly so sicher wie wohl: Lea: «Ich habe schon immer gerne Lieder geschrieben und gesungen. Ich war früher lange in einer Jugendtheatergruppe. Wir haben alles selber organisiert. Mit einem strengen Regisseur zu arbeiten, der alles besser wusste, hat mich immer verunsichert. Ich spiele aber immer noch gerne vereinzelt Theater  - zuletzt wirkte ich in einem Stück in einem Winterthurer Theater mit. Als Kind spielte Jane Theater, als Jugendliche Schlagzeug in einer Band. Das Engagement bei 9 Volt Nelly ist für die Zürcherin der ideale Ausgleich zum Trickfilm zeichnen. Jane: «Ich habe wieder gemerkt, wie gerne ich mich bewege und auf der Bühne stehe. Früher habe ich auch getanzt – und habe jetzt das Gefühl, dass ich mit 9 Volt Nelly alles verbinden kann.»   Dass die beiden innerhalb kurzer Zeit Erfolg hatten, liegt auch an ihrer harmonischen Zusammenarbeit. «Ein guter Umgang ist uns wichtig. Wir wissen, dass wir uns gerne haben – auch wenn wir uns einmal nerven. Unsere Zusammenarbeit funktioniert nur, wenn wir grosszügig sind und keine zur Diva wird. Aber natürlich haben wir ab und zu kleinere Reibereien. Zum Beispiel, wenn eine arbeiten und die andere das Leben geniessen will.» Die beiden wissen, wie es mit 9 Volt Nelly weitergehen wird: Nach der Premiere wollen Jane und Lea in möglichst vielen Theatern spielen. Und sie haben sich an der Künstlerbörse Freiburg beworben. Mehr Infos zu 9 Volt Nelly:  www.9voltnelly.ch  Text: Eva Bilder: Nadine

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