#menot

Als Kind/Teenager: Auf der Strasse überredet worden, zu einem Typen ins Auto zu steigen, stellte mir seltsame Fragen zu meinem (damals noch nicht vorhandenen) Sexualleben. Zum Glück nicht mehr passiert. . Auf der Strasse: Mitten nachts von einer (trans?)Frau im Schritt begrapscht worden. . Im Club: Frauen, die einem sehr schnell viel zu nah kommen, einen antanzen,... . Im Club: Von einem Typen am Hintern begrapscht worden. . So ziemlich jeden Abend und manchmal tagsüber in den Seitenstrassen der Langstrasse: Catcalls von Frauen. "Schatzi", "Ficken?", Kussgeräusche sind noch die harmlosesten (10 hours New York ist ein Scherz dagegen). Frauen halten einen am Arm fest. Frauen stellen sich einem in den Weg, befummeln einen. Ich zähl es schon gar nicht mehr. . Von der Freundin zum Sex "überredet" oder begrapscht worden, obwohl ich keine Lust hatte. . Warum #menot? All das ist nervig, anstrengend, manches vielleicht im ersten Moment sogar (bevor man darüber nachdenkt) schmeichelhaft, die ersten zwei auch bedrohlich. Aber kein Vergleich zu Männern und Frauen, die wirklich Todesängste ausstehen mussten, weil sie in ausweglosen Situationen einer stärkeren Person gegenüber standen. Bei denen es vielleicht darum ging, den Job zu verlieren (im Gegensatz dazu, einfach einen kleinen Job nicht zu bekommen). Es gibt genug Leute, die wegen einiger der aufgezählten negativen Erlebnisse sofort "rape" schreien würden. #menot. Ich finde, man sollte mit solchen Labels nicht beliebig um sich werfen, sondern sie für die Personen reservieren, die ein echtes Trauma hinter sich haben. Nicht für jedes Erlebnis, das einen irgendwie mal genervt hat. Auch wenn es für manche Millenials ein mittelschweres Trauma ist, wenn jemand ihre Gefühle verletzt.

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