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Der Stadtsensor trifft Ivo Aeschlimann, Inhaber und Geschäftsführer Coiffeur Ghel Zürich

Der Stadtsensor trifft Ivo Aeschlimann, Inhaber und Geschäftsführer Coiffeur Ghel Zürich

Der Stadtsensor (dS): Die Digitalisierung und deren Einfluss auf die Arbeitswelt ist aktuell ein grosses Thema. Auch für einen Coiffeur?Ivo Aeschlimann (IA): Vor zehn Jahren hätte ich diese Frage ganz klar mit einem „Nein“ beantwortet. Damals hätte ich nie gedacht, dass ich in meinem Berufsalltag mit der Digitalisierung so in Berührung kommen würde, wie dies heute der Fall ist. Allein durch die sozialen Medien wie zum Beispiel Instagram entsteht eine neue Form von Schaufenster, mit dem wir noch viel mehr Leute erreichen können, als es das konventionelle Schaufenster im Geschäft zu tun vermag. Durch diese neue Art der Kommunikation und Vernetzung erhält der Kunden immer zeitnah aktuelle Informationen und die neusten Trends. Generell ist auch der Stellenwert der klassischen Homepage gestiegen und hat in unserem Betrieb sogar das Terminbuch ersetzt. Aktuell arbeiten wir mit einer Online-Agenda. Diese entlastet uns sehr, wir können dadurch mehr Zeit mit den Kunden verbringen.dS: Wie hast Du diese Digitalisierung in Deinem Unternehmen realisiert?IA: Zu Beginn hatten wir einen Social Media-Berater, der uns verschiedene Möglichkeiten und Wege aufgezeigt und entsprechend begleitet hat. Die geschäftlichen Vorteile durch die Nutzung digitaler Mittel ist enorm. Für den Aufbau und Erhalt des Images sind die Sozialen Medien unverzichtbar geworden – sie sind auch Referenzen für potenzielle, neue Mitarbeitende. Statt sich über Inserate gegenseitig ausfindig zu machen, können Bewerbende sich online mit möglichen Arbeitsgebern vernetzen. dS: Gibt es auch Seiten der Digitalisierung, welche direkt am Menschen und am Handwerk des Haarschneidens Einfluss ausüben?IA: Ja, diese gibt es schon längere Zeit. Zum Beispiel mit einer App, die dem Kunden live und anhand digitaler Bildbearbeitung aufzeigt, wie verschiedene Haarfarben und -längen schlussendlich aussehen.Diese App ersetzt jedoch nicht den Fachmann. Am Ende braucht es immer die Expertise und Erfahrung des Coiffeurs, der die Kunden individuell beraten kann. Zudem gibt es auch für die richtige Produkteauswahl digitale Unterstützung. Beispielsweise eine Kamera, die bis zu 600-fach vergrössern kann und somit dem Coiffeur hilft, herauszufinden, was das Haar oder die Kopfhaut der Kunden wirklich benötigt. Im Grossen und Ganzen sind jedoch auch diese Tools vor allem unterstützender Natur oder eben zur gezielten Beratung von Kunden. Die Arbeit am Kunden ist schlussendlich immer noch zu 100% Handwerksarbeit. dS: Gibt es bereits erste Anläufe und Versuche, den Menschen als Coiffeur komplett zu ersetzen?IA: Bisher nur, wenn es ums Waschen geht. Vor allem in asiatischen Ländern wurde der Waschvorgang automatisiert. Trotzdem denke ich, dass auch in diesem Bereich der Mensch nicht komplett verdrängt wird. Der physische Kontakt und die persönliche Beziehung von Mensch zu Mensch ist meiner Meinung nach in unserer Branche unverzichtbar.dS: Was denkst Du, macht einen Menschen aus, welcher neugierig und offen derdigitalen Veränderung entgegentritt?IA: Ich gehörte zu einer Generation, die nicht allzu weit vom digitalen Wandel entfernt ist. Zudem habe ich mich offen und neugierig mit dieser aktuellen Entwicklungauseinandergesetzt. dS: Wie denkst Du, sieht Dein Salon in zehn Jahren aus?IA: Auf jeden Fall gibt es ihn noch (lacht). Ich denke, dass ganz viele Coiffeursalons der Digitalisierung zum Opfer fallen werden. Doch ich bin der Überzeugung, dass die Digitalisierung den Menschen mit der Schere nicht vollumfänglich verdrängen wird. 

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