Büro Luz

Büro Luz

Büro Luz

Cool Social

Kleine Kommunikationsagentur mit grossen Herzen für Storytelling, Enkeltauglichkeit und Reisen. Seit 2016 im VW-Bus unterwegs!

Ort Zürich
Gegründet 2018
Follower 9
1 Jahr selbstständig & ortsunabhängig

1 Jahr selbstständig & ortsunabhängig

Oder: Happy Birthday, Büro Luz! Unsere Erkenntnisse, Wins & Fails nach einem Jahr Selbstständigkeit on the road.Ende Januar 2018 in den Bergen Kolumbiens, Sandros 38. Geburtstag. Spätabends lenkt sich unser Gespräch gnadenlos wie beim Gläserrücken hin zu jenem Thema, das wir schon seit längerem vor uns hinschieben: die Finanzen. Sie stehen zu diesem Zeitpunkt nicht schlecht, aber wir wissen, dass das Geld auf unseren Konten nur bis April, vielleicht Mai, reichen wird.Unsere Versuche zu freelancen hatten uns im Jahr zuvor über die Runden verholfen, aber es war nicht so einfach gewesen wie gedacht. In der Schweiz wären wir mit den Einnahmen von 2017 verhungert.Da sitzen wir also und müssen eine Lösung finden. Und aus irgendeinem Grund beginnen wir zum ersten Mal, out of the box zu denken. Was, wenn wir nicht nur über die Runden kommen, sondern Geld verdienen wie alle anderen auch? Was, wenn wir das tun, worauf wir Lust haben, und nicht jeder Möglichkeit nachrennen? Was müssen wir tun, damit uns die Menschen ernster nehmen? Wie können wir vielleicht sogar zusammenarbeiten?Ich habe es an anderer Stelle schon mal geschrieben, aber es ist nach wie vor unsere Wahrheit: Manchmal liegt das Gute so nah. Wir waren zu diesem Zeitpunkt 3.5 Jahre zusammen, eineinhalb davon auf Reisen — und es war uns noch nie in den Sinn gekommen, unsere Kräfte zu bündeln.Wir beschlossen, einfach loszulegen. Innert drei Tagen stand der Name, ein Logo, die Website und unser Angebot: als Content-Agentur würden wir am besten zusammenspannen können.Das Ziel zu diesem Zeitpunkt: das nackte Überleben und in weiter Ferne die Erfüllung eines Traums.Ist es wirklich möglich, sich ortsunabhängig selbstständig zu machen und dabei erfolgreich und persönlich zufrieden zu sein?Mittlerweile ist ein Jahr vergangen. Das Jahr, in dem wir Südamerika von Kolumbien bis nach Feuerland durchfahren — und gleichzeitig das Büro Luz hochziehen durften. Schon mal vorweg:Die Wins des JahresWir haben überlebt!Wir haben nicht nur überlebt, wir haben sogar Geld zur Seite gelegtWir arbeiten mit Menschen, die wir supercool findenWir sind uns unserer Werte bewusst gewordenWir können guten Gewissens sagen, dass wir von Südamerika aus eine Agentur gegründet haben und diese von unterwegs aus betreibenWir arbeiten, wo wir wollenWir gehen einander nicht auf den SackLegale Agenturgründung und Vorsorge-PlanungDie Fails des JahresEin verpasstes Online-Meeting wegen einer Strassenblockade in BolivienDieses Titelbild für die erste Website:Nicht gerade sympathisch: wir auf diesem Bild.Das haben wir gelerntZur insgesamt positiven Bilanz führten: unsere gesammelten Fähigkeiten aus unseren alten Jobs (und Studium), das unermüdliche Bedürfnis, Neues zu lernen und zu lesen — und folgende elf Erkenntnisse:1. Der Agentur-SwitchEs war, wie wenn jemand den Schalter umgelegt hätte. Der Name des Schalters: Agentur. Kaum nannten wir uns Büro Luz und nicht mehr Gabriella Hummel und/oder Sandro Alvarez, kamen Menschen und potenzielle Partnerinnen von selber auf uns zu.2. Einfach mal Hoi sagenDa wir nichts zu verlieren und alles zu gewinnen hatten, schrieben wir immer mal wieder Organisationen, Projektverantwortliche und Unternehmungen an, die wir als cool empfanden und mit denen wir gerne arbeiten würden. Einige davon sind heute unsere Partner.3. Was wir tun, hat WertGerade am Anfang glauben viele, günstig zu offerieren sei ihr einziger USP. Wir hatten anfangs auch Skrupel, einen vollen Tagessatz zu berechnen, weil wir doch niedrigere Fixkosten verbuchen als eine Agentur, die in Zürich zuhause ist.Auf der anderen Seite kam bald die Frage auf: Was, wenn wir morgen zurück nach Zürich müssen oder wollen? Dann können wir unsere Preise nicht einfach über Nacht verdoppeln. Unsere Arbeit hat ihren Wert, egal wo wir uns gerade befinden. Wir offerieren fair und so, dass wir gerne arbeiten.4. Geld ist nicht alles im LebenIn Bezug auf den vorigen Punkt ist eine weitere Erkenntnis von grosser Wichtigkeit für das Büro Luz: Es ist wichtig, Geld zu haben in der Gesellschaft von heute. Was für ein Spass wäre es aber, dieses System von Zeit zu Zeit mit Gleichgesinnten zu umschiffen?Auf unserer Website schreiben wir deshalb: Geld ist nicht alles im Leben. Es gibt vieles, das wichtiger ist. Kollaboration zum Beispiel. Du hast vielleicht kein riesiges Budget, aber etwas anderes anzubieten? Wir sind offen für Barter-Deals aller Art und freuen uns sehr, wenn du uns diesbezüglich kontaktierst.5. Langsam reisenWir haben den Satz oft gehört in diesem Jahr: Wie, ihr arbeitet unterwegs? Living the dream! Das möchten wir auch nicht bestreiten, denn es fühlt sich manchmal an wie ein Traum. Und trotzdem ist arbeiten immer mit Arbeit verbunden. Unterwegs heisst das: egal wo, egal wie. Wegen der Zeitverschiebung haben wir für ein Projekt knapp zwei Wochen lang ab 6 Uhr morgens bei etwa 0°C im Dunkeln im Van drin gearbeitet. Und manchmal verbringen wir mehr Zeit in Cafés beim Arbeiten als mit dem Erkunden einer neuen Stadt.Die wichtigste Erkenntnis hierbei: so langsam reisen wie möglich, sonst wird es schnell zu viel. Denn Vollzeitreisen ist schon anstrengend an sich, und wenn man nur noch entweder reist oder arbeitet, brennt man schnell aus.6. Inspiration überallUnd trotzdem: Ortswechsel inspirieren extrem. Ich spüre an jedem neuen Ort, in jedem neuen Café, wieder einen frischen Wind, der sich in meiner Effizienz und Kreativität zeigt. Zu arbeiten, wo wir wollen, ist nicht nur eine Entscheidung für uns persönlich, sondern auch für eine gute Umsetzung unserer Arbeit.7. Akonto foreverWir mussten früh lernen, dass die Zahlungsmoral (gerade von grossen Kunden) im Allgemeinen eher träge ist. Andere Selbstständige kennen dieses Problem der Liquidität bestimmt. Entsprechend arbeiten wir nun bei Aufträgen ab 1500 Franken mit 50 Prozent Vorschuss. Bevor diese Rechnung nicht bezahlt ist, beginnen wir nicht mit der Arbeit.8. Allein, alleinWenn man etwas startet, dann wird das ja am Anfang oft nicht ernst genommen. Uns fragen heute noch Menschen, ob wir, zurück in der Schweiz, auf Jobsuche gehen. Auf der anderen Seite kennen wir nicht viele Menschen, die sich selbstständig gemacht haben — erst recht nicht ortsunabhängig. Deshalb entsteht manchmal ein Gefühl der Einsamkeit oder des Nichtverstandenwerdens.Wir haben das Glück, einander zu haben, aber trotzdem mussten wir lernen, mit diesen Emotionen umzugehen. Ich habe mich jetzt beispielsweise einer Online-Community für Mindful Businesses angeschlossen, in der ich regelmässig Kurse absolviere, Bücher lese und mit Gleichgesinnten in Kontakt stehe.9. Verantwortung übernehmenDas ist eine Erkenntnis fürs Leben. Spätestens in diesem Jahr haben wir aufgehört, die Schuld für irgendwas weiterzuschieben. Keine Kunden? Unsere Schuld. Keinen Spass an der Arbeit? Unsere Schuld. Stress? Unsere Schuld. Wir sind verantwortlich für unser Leben und keine Opfer davon.Wir wollten für unser einjähriges Jubiläum eine neue, bessere Website: Also habe ich mich eine Woche lang damit beschäftigt, mehrere hundert Franken investiert und es selbst gemacht.Kurz vor Silvester waren wir dermassen planlos für 2019, dass es Stress auslöste: Also setzten wir uns hin und fragten uns, was passieren muss, damit es fantastisch wird. Innert einer Stunde hatten wir einen Plan und die totale Zuversicht.10. Content für alleEnde des Jahres traf uns der Gedankenblitz mal wieder: Wie können wir ständig von Storytelling reden und Content für andere kreieren, aber uns selbst lassen wir — abgesehen von Instagram — aussen vor?Darum gibt es jetzt das Journal Luz. Und dies ist die erste Geschichte. Das ist der Ort, in dem wir Artikel und Essays publizieren, die wir selbst umgesetzt sehen möchten. Ausserdem kannst du dich nun für den Luz-Letter anmelden, in dem wir alles teilen, das nicht zu teilen nicht nett wäre.11. Wir sind, wer wir sindWir hatten immer mal wieder Zweifel an dieser Lebensform vom ortsunabhängigen Leben und Arbeiten. Und allzu oft redeten wir uns ein, dass wir vor Ort in der Schweiz viel einfacher Kunden und Partnerinnen akquirieren können. Wir mussten dann aber einsehen, dass Kunden, die sich nur in der Schweiz akquirieren lassen, auch wollen, dass wir für die Arbeit vor Ort sind. Wollen wir das? Nein.Darum freuen wir uns darüber, wenn die Ortsunabhängigkeit für unsere Partnerinnen egal oder vielleicht sogar ein Vorteil ist. Wir freuen uns aber auch, wenn es deshalb nicht klappt: Dann sind wir momentan vielleicht einfach nicht füreinander gemacht. Wer mit uns gemeinsame Sache machen möchte, arbeitet zukunftsorientiert, kommuniziert modern und erfreut sich daran, dass es trotzdem persönlich zu und her geht.Und nun?Die grosse Frage. Auch für uns war sie lange ungeklärt. Das Büro läuft tatsächlich, wir sind gesund und das Bedürfnis nach Sesshaftigkeit ist nicht zurückgekehrt. Im Gegenteil: Dieses Leben gefällt und entspricht uns momentan sehr.Wir werden im Sommer für ein Weilchen in der Schweiz sein, ja. Aber aus persönlichen Gründen. Die meisten davon sind Kinder unserer Freunde, die wir für unseren Geschmack viel zu schlecht oder noch gar nicht kennen. Dann die Freundinnen selbst und unsere Familien. Und Zürich natürlich, die geliebte Stadt, die für immer unser Zuhause sein wird, wenn auch von der Ferne aus.Im Herbst reisen wir zurück zu unserem Van, der in Uruguay auf uns warten und in der Zwischenzeit eine Ganzkörperbehandlung erhalten wird. Das Büro Luz ist also weiterhin im Luz unterwegs. Wohin? Wir werden sehen. Brasilien steht oben auf der Liste, aber auch mit Patagonien haben wir noch ein, zwei Rechnungen offen (schreibt und sitzt noch immer in Feuerland).Zum Schluss noch diesDanke. Allen, mit denen wir im letzten Jahr arbeiten durften. Allen, die uns in unseren Entscheidungen unterstützt und zugehört haben. Die uns besuchten. Die wir kennenlernen durften. Die immer für uns da sind. Danke an unseren Van, der das beste mobile Büro ist, das man sich wünschen kann. Wir freuen uns auf alles, was kommt.Hier noch das Titelbild unserer neuen Website. Hopp, guck: bueroluz.com 

Über mich

Im VW-Bus, 8004 Zürich,

Website: bueroluz.com, vanabundos.com

E-Mail: [email protected]

Im VW-Bus, 8004 Zürich,

Website: bueroluz.com, vanabundos.com

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Das ist das Büro Luz: Gabriella Hummel und Sandro Alvarez. Nicht abgebildet ist das Büro selbst, unser VW-Bus, in dem wir seit Juli 2016 von Nord- nach Südamerika fahren.

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