Kommentare

Du vertrittst klar deine Werte und deine Haltung und hast die Konsequenz daraus gezogen. Fakt ist aber, dass in einem Klassenzimmer sehr unterschiedliche Kinder zusammen kommen. Ich kenne sehr viele Kinder, die total gerne zur Schule gehen. Ich wage zu behaupten, dass diese Kinder davon auch nicht krank werden.
Das Problem der öffentlichen Schulen: Eine riesige Bandbreite von Bedürfnissen, die unmöglich alle abgedeckt werden können. Hinzu kommt der Spardruck, weil die Kosten für die Bildung ja mit die höchsten im Staatshaushalt sind. Deshalb lässt sich da auch am meisten einsparen. Hätten wir kleinere Klassen und mehr Gestaltungsfreiraum, könnte man auch in der öffentlichen Schule noch viel mehr Kindern gerecht werden.
Zu deinem Beispiel von Konkurrenzkampf: Kinder wollen den Wettbewerb, sie messen sich ständig miteinander. Dies auch im geschützten Rahmen eines Schulzimmers zuzulassen und zu fördern, finde ich persönlich nichts Verwerfliches.
Ich bin mit dir aber einverstanden: Schon nur die Luft in einem Zimmer mit 20 (oder mehr!) Kindern ist ja nach einer Lektion völlig verbraucht. Das und das viele Sitzen kann auf Dauer krank machen. Aber auch da geben sich Lehrpersonen alle Mühe, unterrichten draussen, Lüften (wenn das überhaupt noch möglich ist) und machen Bewegungspausen.
Alles in allem, würde ich die öffentliche Schule nicht so verteufeln. Aber das ist Ansichtssache.

...macht uns der an seinen Grenzen angelangte Kapitalismus mit seinen offensichtlich kranken Auswüchsen.
Leistungsbereitschaft dagegen ist urmenschlich, ganz bestimmt kein schulisches Erzeugnis. Einem Kind von Anfang die Verantwortung für sein Lernverhalten fast vollständig zu übertragen halte ich für unverantwortlich und glaube darin eine Flause unserer vollständigen Übersättigung und Resultat exzessiver Sozialwirtschaft zu erkennen.
Für mich ist es kein Ansatz, ein Kind in unserer "überm Zenit"-Situation auf ein von Idealen verklärtes Erwachsenen-Leben vorzubereiten, welches in der Realität in keiner Weise stattfindet. Auch "Freilandeier-Produktion" funktioniert nur, wenn jemand den Fuchs in Schach hält - hier dem Kind selber das nötige Rüstzeug mitzugeben, heisst in meinen Augen Bildung und Wissen zu fördern - was ihm dann ein selbst bestimmtes Leben ermöglicht, wenn es die Tragweite seiner Entscheidungen erkennen kann...
Dies im Kindesalter durch Anreize wie Freude am Erfolg, Lob und auch Wettbewerb zu unterstützen ist das, was ich an öffentlichen Schulen beobachten kann. Mal mit mehr, mal mit weniger Freude - aber immer mit mehreren Optionen, Lösungsansätzen und guten Ideen, die das Kind vor Arbeitsbeginn seinen Bedürfnissen entsprechend auswählt. Die Zeit liegt hinter uns, wie sich Unternehmen um Schulabgänger bemüht haben - die heutigen Generationen haben sich gegen leistungsbereite Berufsnehmer aus aller Welt zu behaupten - ich hoff für dein Kind, dass es sich dann durchsetzen kann und weiterhin glücklich und voller Energie nach Hause kommt...

also zufälligerweise war ich vor zwei wochen bei meiner nichte am schulbesuchstag, 2. primar, kt. zürich. kein witz, ich kam nach hause und habe allen begeistert erzählt, dass ich jetzt wisse, warum alle ausländer in die schweiz kommen wollen. weil kinder in eine öffentliche schweizer schule schicken ein totales privileg ist! eine sehr engagierte lehrerin, der das wohl der kinder sichtbar am herzen liegt, unterrichtete die klasse. eine zweite lehrperson mit nordeuropäischem hintergrund war ebenfalls in der klasse, und die beiden lösten sich gekonnt beim "lead* ab. sie gingen auf jedes einzelne kind ein waren immer darauf bedacht, dass niemand aussenseiter sein muss, auch der schwarze bub aus nigeria, der 20cm grösser und 20kg schwerer war als alle anderen kinder. es gab eine kleine diskussionsrunde darüber, was den kindern aktuell grad freude bereitet und was nicht, und so diskutierte man darüber, ob es nun gut oder schlecht sei, dass der pausenhof nur noch zwei statt drei tage zum fussballspielen offen ist. und die kinder waren alle ganz emsig, streckten auf, machten mit, zogen grimassen, zappelten herum, goissten ab und an, es war zum schreien. von den lehrerinnen ging eine wärme aus, dass mir grad das herz aufging und ich dachte, was haben diese kinder für ein glück, hier in der schweiz in die schule gehen zu dürfen. kindern mit lernschwierigkeiten wird durch eine zusätzliche lehrperson geholfen, ausländische kinder deren eltern kein deutsch können werden integriert, die schulmaterialen sind alle schön, alle haben heftlein, stifte, spielsachen und eine im bastelunterricht gemachte znünitasche und die kinder werden umsorgt und gehegt. wenn ich da also lese "schule macht kinder krank - auch heute noch" halte ich das für den grössten schwachsinn, den ich in letzter zeit gelesen habe und überdies für eine respektlosigkeit sondergleichen gegenüber allen, die sich jeden tag in den schulen anstrengen, um die kinder auf den ernst des lebens vorzubereiten. jodatrail, du hast ganz offensichtlich keinen blassen schimmer. privatschule, so ein schmarren.
Noch was: deine Aussage: "du wüsstest jetzt, weshalb alle ausländer in die schweiz kommen wollen" ärgert mich sehr. Hier fehlt auch mir Respekt. Sehr viele Ausländer kommen in die Schweiz, weil sie gar keine andere Wahl haben, als ihr Heimatland zu verlassen. Sehr viele Länder haben auch eine wunderbare Kultur inklusive gut funktionierenden Schulen. Ich kenne genügend Leute, die liebend gerne in ihr Heimatland zurück kehren würden, wenn sie könnten.
Lieber jasager, wer in einer Diskussion zu jemandem sagt, dass er ganz offensichtlich keinen blassen Schimmer hat, diskreditiert sich auf einen Schlag selber.
Lernen hat sehr viel damit zu tun, vernetzt zu denken, Zusammenhänge zu erkennen. Ein Thema von verschiedenen Seiten betrachten zu können, um zu verstehen und Lösungen zu sehen. Zum Glück haben das auch die öffentlichen Schulen heute erkannt und haben positive Anpassungen im Schulbetrieb gemacht. Du hast recht, die Schulen haben einen guten Standart und viele Lehrpersonen engagieren sich nach bestem Gewissen und Wissen. Das sehe ich auch. Nur, die Welt verändert sich sehr schnell. Die Welt von Morgen braucht Menschen, die auch ohne Job im Leben klar kommen, die wissen, was Freude und Leidenschaft ist. Dynamische Denker. Weniger jasager;)

Eine spannender Beitrag. Die Frage ist, warum ist so etwas an Freischulen möglich und in öffentlichen Institutionen offensichtlich nicht?
@Hellosunshine: Das ist eine Diskussion, sie muss sich weder rechtfertigen noch mundtot gemacht werden.
Danke für deinen Beitrag und deine offene Frage. Diese ist sehr berechtigt. Es gibt inzwischen einige Erwachsene, die sich das auch gefragt haben und daher in der Bewegung der Glücksschulen mitmachen: www.glücksschule.ch
Die Idee ist, die öffentliche Schule nach Möglichkeit so umzugestalten, dass alle Kinder es lieben, in die Schule zu gehen. Das ist möglich. Seit Sommer 2017 existieren drei Schulhäuser in der Stadt Luzern, die nach diesem Prinzip arbeiten. Sehr erfreulich!

Verstehe dein Problem nichts ganz. Deine Tochter besucht die freie Schule, bist offenbar glücklich damit, auch sie ist glücklich, ihr in der Familie seid glücklich... und dann besuchst du die öffentliche Schule? Warum? um über sie zu lästern??? Schön komisch.
1