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Lieber Ron, meine Facebook-Timeline war auch voll mit diesem Hashtag. Und von manchen Kolleginnen kenne ich düstere Geschichten, die sie nicht gepostet haben. Man kann davon ausgehen, dass die Fülle an unangenehmen Anekdoten noch sehr viel grösser ist als das, was man in den sozialen Netzwerken zu lesen bekommt. Das Desaster ist enorm. Nun denn, bleibt die Frage, was kommt danach? Ich hoffe, dass danach nicht einfach nichts mehr kommt. Es braucht Massnahmen. 1. In Hollywood muss die Schauspielergewerkschaft SAG ein Regelwerk für Castings durchsetzen. Es darf nicht mehr vorkommen, dass weibliche Teenager einzeln vor einem älteren Mann allein auftreten müssen. Erstens besteht ein Abhängigkeitsverältnis, zweitens hat der Produzent zu viel Macht, die er missbrauchen kann. Es braucht Strukturen. Ich kann mir vorstellen, dass so etwas in den USA noch schwieriger zu installieren ist, wo Geld mehr wert ist als der Mensch. 2. Was die alltäglichen Situationen hier anbelangt, müssen sich die Männer an der Nase nehmen. Um den richtigen Umgang mit den Frauen zu finden, braucht es Empathie, Taktgefühl und Manieren. Das eine hat man einfach, es sei denn man unterdrückt es, das andere braucht etwas Übung und Reflexion, das letzte braucht Lektüre, Unterricht, Selststudium, wenn man keine Erziehung hatte. - Ich bin da leider etwas pessimistisch, dass wir das noch vor Weihnachten hinkriegen. Ich habe den Eindruck, dass Chauvinismus gerade ziemlich Mode ist und das schon seit Jahren. Es werden Muskeln kultiviert, aber nicht der Geist. Es gehört mitunter zum guten Ton, von vielen Dingen keine Ahnung zu haben, um dazuzugehören. Man ist stolz auf die eigene Grobschlächtigkeit, Dummheit und die ungehobelte Art. Und ein wichtiger Wesenszug des Chauvinisten ist die Abwertung und Verachtung der Frau. - Als Mann, der nicht so drauf ist, geht man allerlei Konfrontationen aus dem Weg wenn man schweigt, wegschaut, weghört, oder sogar gute Miene zum bösen Spiel macht. Aber das ist langweilig. Vielleicht ist die Zeit gekommen, wo man keine Gelegenheit mehr auslassen sollte, sich einzumischen und die Konfrontation annehmen muss, Kollegen. Ist nicht schwer, ist nicht schlimm. Es können allerdings verschiedene Dinge passieren: Man wird als Spielverderber ausgegrenzt, entfreundet, oder sogar Zielscheibe von Affekthandlungen. Es ist ähnlich wie mit dem Rassismus, der unter Chauvinisten ebenfalls zum guten Ton gehört. Auch da steht man schnell einmal als humorloser Spielverderber da, wenn man gewisse Aussagen beanstandet. Ich spreche aus Erfahrung. Es ist ein Kampf, bei dem man etwas riskiert, einiges verlieren und nichts gewinnen kann, hurra! Es sei denn, man hat das Lebensmotto "vivere militare" und kämpft so wie man atmet. Klar, der Gegner ist momentan grad sehr gross. Während in Europa der Rechtspopulismus wächst, regiert in den USA der grösste "Pussygrabber" aller Zeiten. Und dass die USA kulturell schon immer auf Europa abgefärbt haben, bedeutet leider nichts Gutes, aber das können wir auf die Schnelle nicht ändern. - Es reicht nicht, wenn ein einzelner hie und da mal etwas tut. Wir müssen viele sein, die etwas tun. Nicht nur im Netz, aber vor allem im Alltag, in der Realität, da wo es passiert, mit vereinten Kräften.
@pimp: Der "extrem aggressive Feminismus" den Du da beschreibst, erlebe ich also anders, eher laut, schrill, bunt und chaotisch. Die Medien erlebe ich als neutral, von einer systematischen Geringschätzung der Männer spüre ich nichts. Schau, wenn ein Roger Federer seinen 986. Pokal stemmt, bekommt er immer noch viel Raum für Ruhm in der Zeitung. Ist doch super. Wenn aber ein wichtiger Exponent aus Wirtschaft/Politik/Kultur Frauen die ihm unterstellt sind oder Ex-Frauen/Ex-Freundinnen blöd anmacht/belästigt/auflauert/nötigt/vergewaltigt wird er von den Journalisten durch den Blätterwald gejagt und gelyncht. Da habe ich wenig Erbarmen. - Vom "extrem aggressiven Feminismus" über die "Geringschätzung des Mannes in den Medien" schliesst Du dann auf ein problematisches Männerbild von "den Frauen", sehr unbestimmt formuliert. Egal. Ich aber sage Dir, es sind nur ganz wenige, die Männer hassen, pass auf: Die Frauendemo am 8. März, die explizit Männer ausschliesst, hatte dieses Jahr etwa 1'500 Demonstrantinnen. Die andere Frauendemo vom 18. März hingegen, die inklusiv denkt, mit den rosaroten Wollmützen, hat 18'000 Leute auf die Strassen gebracht. Wenn man das jetzt mit einem Dreisatz herunterrechnet ergibt das ein Verhältnis von 12 zu 1. Die wenigen Männer die dort mitmarschiert sind, kann man in der Rechnung vernachlässigen. Hast Du jetzt immer noch Angst vor dem Feminismus? Die meisten Frauen wollen einfach nur Fairness, Würde, Respekt, das Recht auf Unversehrtheit und sexuelle Integrität. Man könnte meinen, sowas müsste heutzutage doch selbstverständlich sein, schliesslich sind diese Forderungen nun schon über 40 Jahre alt. Aber leider ist es immer noch ein Kampf, der geführt werden muss, im Alltag und an den Abstimmungssonntagen.
Ich finde eher, wir leben in einer Zeit eines extrem aggressiven Feminismus. Die Medien sind voll von Geringschätzung den Männern gegenüber. Mit Frauen mit solch einem Männerbild mag ich persönlich mich nicht solidarisieren, ich engagiere mich unterdessen ausschliesslich für Männer.

Lieber Ron, du willst wissen, was "danach" passiert? Sieht man ja in den Kommentaren, man spricht über die Nachteile des Mannseins... ;-)

metoo. aufgrund meines männlichen geschlechts wurde ich in den militärdienst gezwungen. muss wegen meines geschlechts ein jahr länger arbeiten, bis ich ahv erhalte. etc. die tägliche sexistische diskriminierung in der schweiz. nur durch die überwindung des männerhassenden feminismus können wir diese diskriminierungen beenden.
metoo.
everydayfeminism.com
www.jezebel.com
aktivisin.ch
HuffPost Women, izzy, Teile der Cosmo,...
nur um mal ein paar zu nennen.
Grundsätzlich jeder, der über "die Männer" spricht, die sich ändern sollen. "Die Männer", die sich daneben benehmen und Täter sind. Im Gegensatz zu "den Frauen", die immer alles richtig machen und immer die Opfer sind.
Dumm nur, dass der "männerhassende Feminismus" (ja, den gibt es) im Moment so gar nicht zu hören ist... (Falls ich daneben liege, bitte ich um Links...)

Ich beschäftige mich gerade mit der neuen feministischen sexual liberation, welche spätestens nach den amerikanischen Wahlen rein feministisch-aktivistisch stattfindet. #metoo würde ich denken ist eine direkte Folge aus der Online-Bewegung, deren Merkmal es ist, in sekundenschnelle Antoworten auf das eigene Statement zu erhalten. Die Frau hat keine Angst mehr, bzw gilt als stark und selbstbewusst beim Offenlegen ihrer sexuellen Erfahrungen, vor allem der schlechten/traumatisierenden. Definitiv ist dieser Mut einer Revolution gleichzusetzen. Was mir zu denken gibt ist eben auch die Position der Männer. Praktisch jede Frau wurde, wenn nicht körperlich missbraucht, schon sexuell belästigt, oder zwischenmenschlich auf das weibliche Geschlecht reduziert. Jegliche Diskriminierung/Kategorisierung/Reduzierung ist also als "Missbrauch" anzusehen. Wie "missbrauchen" wir die Männer aber in ihrer mit Vorurteilen und Erwartungshaltungen geladenen Position als männlicher Part? Findet hier nicht auch eine Reduktion oder Kategorisierung statt auf bspweise körperliche Kraft, Wille, Stärke oder Instinktives Handeln? Klar, körperlicher Missbrauch passiert meistens an der Frau. Aber warum reagiert der Mann so, bzw. was hat ihn dazu getrieben? Ich vermute ua die Projektion eines gesellschaftlich gültigen Sinnbildes auf das männliche Geschlecht, welches Druck schafft, ein "Mann" zu sein. Die Frauen erfinden sich gerade neu. Sie sollten dabei bedenken, auch eine neue Sicht auf die Männlichkeit zu gewinnen, sodass sich diese aus liberal - feministischer Sicht auch neu erfinden kann.
Werter mika12 und hugo_r, ich glaube, hier werden zwei Dinge miteinander vermischt: Rollen(denken) und sex. Belästigung.
Ja, es ist so, dass "die Männer" (diese total homogene, über einen Kamm zu scherende Masse von XY-Chromosomen-Träger ;-) ) haben es leider ein wenig verpasst, sich ebenfalls zu emanzipieren. Und damit kein Missverständnis entsteht: Mit "emanzipiert" meine ich einen Menschen, der ein selbstverantwortliches, nicht durch Rollen starr vorgegebenes Leben lebt. Und ja, wir "Frauen" (die andere total einheitliche Masse von Menschen) hatten es etwas "einfacher". Wir mussten die Rolle aufbrechen und kämpfen, um überhaupt erst gleichberechtigt zu sein. Sich gegen Rollen wehren liegt uns also schon bedeutend mehr im Blut. Die "Männer" müssen jetzt halt ein bisschen aufholen...
@hugo: Wer sich über solche Erfahrung lustig macht, sollte nicht zu Deinem Kreis gehören... resp. "Patriarchat" ist keine Belustigung, sondern einfach die traurige Wahrheit: 99.9% der Frauen litten unter dem Patriarchts, aber eben auch 80% der Männer!
Danke, mika, da ist viel Wahrheit dabei. Diese Dinge, die man so unter dem unsäglichen Begriff "toxic masculinity" führt (der sich praktischerweise so anhört, als wäre Männlichkeit an sich schlecht, dabei sollten es eigentlich die Erwartungshaltungen an Männer sein, die ihnen selbst schaden; nennen wir es also lieber "toxic expectations from men"). Männer weinen nicht, sind immer stark und haben alles unter Kontrolle. Männer sind geeignete Ernährer, suchen ihre Jobs nach Verdienst aus (um die Familie zu versorgen) und weniger nach Erfüllung. Männer opfern sich für die Frau, gehen als letzte ins Rettungsboot, stellen sich einem Angreifer entgegen. Werden Männer von Frauen sexuell belästigt, sollen sie das als Komplement nehmen und sich über die Aufmerksamkeit freuen. Männer sind nicht geeignet, sich um Kinder zu kümmern. Männer "manspreaden" und "mansplainen". Männer sollen den aktiven Part beim Kennenlernen übernehmen (Frauen ansprechen, etc), spricht aber der falsche Mann die Frau an, ist es Belästigung.
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Und beschweren sich Männer über diese Erwartungen, macht man sich über sie lustig und spricht ihnen das Recht ab, unter dem System zu leiden. Wegen des Patriarchats, oder so.

Wenn jedes Sternchen, ja sogar Helene Fischer, 'Mannes Trieb', also den Fortpflanzungsinstinkt, benutzen, um daran gut zu verdienen, haben sie begriffen: Der 'Trieb' wird unterschätzt, und er ist oft stärker, als die 'Intelligenz'. Selbst wenn viele Männer intelligent sind und sich meistens im Griff haben, brennt den meisten mal kurz die Sicherung durch, weil sie grad geil sind, und falls sie dann nur eine Helene Fischer oder Miley Cyros CD holen, ist ja nochmal gut gegangen, was ausser Kontrolle geriet. Der Instinkt ist eben schneller - bzw. gescheite Gedanken brauchen immer etwas Zeit. Bei mir ist es zum Beispiel eher so, dass ich mich kurzen, ziemlich perversen Tagräumen hingebe, quasi als Blitzableiter, aber das ist auch schon ziemlich daneben, zum Beispiel, im Zug. Da ist ja ein potentielles 'Opfer' durchspaziert und ich geniesse einen perversen Tagtraum, aber hallo... zum Glück bin ich nicht so gut im Zeichnen.

In Lausanne bereitet die Redaktion der „L‘Illustré“ eine Reportage vor, mit 50 Kurzberichten - auch welche von Männern.
À acheter/ à lire, dans 1 semaine... ich bin auch dabei :-(
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