She's Got A Gun

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Cool Social

She’s Got A Gun liefert unregelmässig Munition für Gespräche und Stoff für den stillen Genuss.

Ort Zürich
Gegründet 2016
Follower 6

Unsere erste Ausgabe des neuen Jahres kommt am Dienstag. Mit Anti-Frust-Musik (gegen üble Montage und so), einem Sprachjuwel...

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Stadtschreiber

Trost. Endlos viel Trost. (20)

Still Great After All These Years

Heute jährt sich zum 35. Mal die Veröffentlichung des  Simon & Garfunkel -Livealbums  "The Concert In Central Park" . Aufgenommen anlässlich des — hier passt der überstrapazierte Ausdruck — legendären Konzerts der beiden New Yorker Musiker auf dem Great Lawn am 19. September 1981.  Das Konzert war eine einmalige Wiedervereinigung der beiden Musiker, die sich offiziell 1970 getrennt hatten und wurde als Benefizveranstaltung zur Rettung des Central Park initiiert, dem wegen fehlenden Unterhalts und mangelnder Sicherheit die Schliessung drohte. Eine Tatsache, die A rt Garfunkel  in seiner Ode “A Heart In New York” mit der Textzeile “New York, lookin’ down on Central Park, where they say you should not wander after dark” verarbeitete. Dies war nicht die einzige Reverenz an die Stadt, die an diesem Abend von den Fans mit Szenenapplaus gefeiert wurde. Nach dem zweiten Stück etwa meint  Paul Simon  “Well, it’s great to do a neighborhood concert”. Das Album vereint 19 Songs, die meisten aus der Feder von  Paul Simon , viele aus Zeiten von  Simon & Garfunkel . Für das Konzert, das von einer elfköpfigen Band begleitet wurde, wurden viele Stücke umarrangiert, was zu einem einmaligen Hörerlebnis bekannter Songs führt. Die Lieder kommen, bedingt durch die Aufnahmetechnik, auf dem Album alles andere als hundertprozentig perfekt daher; auch dies eine Eigenheit, die für ein ganz besonderes Musikerlebnis sorgt. Viele der gespielten Stücke sind zudem durchdrungen von der Beziehung der beiden Musiker zu ihrer Stadt. "Still Crazy After All These Years” etwa zelebriert das unbeschwerte, lässige und zugleich melancholische Lebensgefühl im New York der damaligen Zeit. Das Konzert, von dem man sagt,  Paul Simon  hätte  Art Garfunkel  die Idee telefonisch unterbreitet, als dieser in der Schweiz Ferien machte, soll, offizielle Angaben variieren, bis zu einer halben Million Zuschauer gehabt haben. 333 Polizisten waren für die Sicherheit zuständig. Einfachere Zeiten. Allein darum lohnt es sich, das Album wieder mal hervorzuholen. Dieser Beitrag ist zuerst exklusiv für AbonnentInnen von She's Got A Gun erschienen.  

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Das kunstseidene Mädchen: Roman

In ihrem 1932 erschienenen Roman “Das kunstseidene Mädchen” erzählt Irmgard Keun (1905-1982) von der 18-jährigen Doris, die 1931 in einfachen Verhältnissen in der deutschen Provinz lebt und von einem Leben “wie im Film” träumt. Ohne (Aus-)Bildung erkennt sie vor allem in Männer-Bekanntschaften die Chance zum sozialen Aufstieg. Allerdings durchschaut sie sie schnell, die Männer; erkennt “ihre Eitelkeit, ihre Aufgeblasenheit und ihre sexuelle Gier” und entwickelt einen ganz eigenen, für die damalige Zeit geradezu revolutionären Moralbegriff. Doris stiehlt einen kostbaren Pelz und flieht nach Berlin, um dort “ein Glanz” zu werden. Dort ist es dieser Pelz, über den sie weite Teile ihres Lebens definiert, stellt er für sie doch die Eintrittskarte zur so genannt besseren Gesellschaft dar. “Wie im Film” wolle sie leben, verrät die Protagonistin der Leserin und Keun hat ihr — vollkommen neu für die damalige Zeit — die temporeiche Sprache dazu verliehen. Und den Mut, sie mit einer Direktheit anzureichern, die nicht nur zu einem ganz wunderbaren Leseerlebnis führt, sondern auch dazu, dass wir Doris sofort ins Herz schliessen. Da fliegen uns Sätze entgegen wie “Mein Herz ist ein Grammophon und spielt aufregend mit spitzer Nadel in meiner Brust, die ich nicht habe, weil es sich gemein anhört nach Kindernähren und alter Sängerin von Opern (…)”, “Er hätte auch Grundsätze: Männer dürfen und Frauen dürfen nicht. Nun frage ich mich nur, wie Männer ihr Dürfen ausüben können ohne Frauen? Idiot.” oder “Ich wusste, was es heisst, Glück zu haben — nämlich einem Menschen zu begegnen in den drei Minuten am Tage, wo er gut ist.” Dieser Beitrag ist zuerst exklusiv für AbonnentInnen von She's Got A Gun erschienen.  

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