Arztbesuche sind frustrierend

Ich will hier nur meinen Frust loswerden und fragen, ob es nur bei mir so ist oder was. Und zwar, ich lese immer von der Spitzenmedizin in der Schweiz, aber ich erlebe immer nur Frustrierendes bei den Ärzten, es ist schon langsam zum Verzweifeln. Ich gehe zum Arzt eigentlich nur im Extremfall, also ist es nicht so, dass ich eine Hypochonderin bin. Zudem habe ich die höchste Krankenkassenfranchise. Ich schildere einige Fälle, es sind Männer und Frauen, aber der Einfachheit halber nenne ich alle nur in der männlichen Form. Einmal bei einem allgemeinen Arzt, ich gehe mit einer extrem „geografischen“ Zunge. Da sieht die Zungenspitze wie abgebrannt und abgehackt aus und sie schmerzt, rote Flecken überall, stellenweise fehlender Belag, die grosse Zähne hinterlassen Abdrücke… es sieht also schlimm aus. Im Internet steht natürlich alles möglich, man soll von Candidas bis Mundkrebs abklären, usw. Hausmittelchen stehen natürlich auch und ich habe auch schon einige probiert. Und was verschreibt mir der Arzt? Salbeispülungen. Ein anderer Arzt (Spezialist) schaut einen dunklen Fleck auf der Haut mit einer Art Lupe wie ein Diamantenhändler in Amsterdam. Sein Fazit: Da ist nichts. Ich gehe zu einem anderen Arzt, weil ich diesen Fleck vorher nicht hatte und der findet heraus, ich habe einen Hautpilz (zum Glück lag dieser richtig). Wieder ein anderer Spezialist, verschreibt mir eine Therapie und notiert sich nicht die Medikamenten Mengen. Die Therapie muss angepasst werden und er fragt mich, wie viel mg von dem einem und wie viel g vom den anderen Medikament ich einnehme. Wiederum macht er im Computer keine Notizen, obwohl er dauernd auf dem Bildschirm anstarrt. Ich konnte mich gerade nicht erinnern und er hat mir wieder die Menge verschrieben, die ich schon am Einnehmen war. Später muss die Menge wieder angepasst werden und die Medikamente samt Mengen werden verwechselt. Nochmals ein Spezialist sagt mir, ich muss mich erden und er empfiehlt mir Craniosacral Therapie. Ich gehe zur Therapeutin. Sie sagt mir beim ersten Termin, sie spricht nur bei der ersten Sitzung, danach liebt sie die Therapie in Ruhe zu machen und spricht sie fast nicht mehr ausser ich würde selber etwas fragen. Ich ging etwa 8 Mal. Die Therapie sollte anderthalb Stunde dauern. Wir waren die ersten 5 Male etwa 3 Stunden (sie hat mir nur die abgemachten anderthalb Stunde verrechnet, um das geht es nicht). Aber sie hat nicht aufgehört zu reden und zu reden und sie hat mir fast keine Therapie gemacht, vielleicht nur die letzten 10 Minuten. Ein Chirurg, der eine Operationsmethode in meinem Ursprungsland gelernt hat, weil diese Methode dort zusammen mit den USA auf Spitzenlevel gelernt und praktiziert wird, während sie in der Schweiz relativ unbekannt ist. Die Operation wird in meinem Land ausschliesslich ambulant durchgeführt. Ich lasse mich hier operieren, weil die KK die Operation übernimmt. Der Arzt besteht hier auf Vollnarkose mit 1 bis 2 Übernachtungen, er sagt, das ist unbedingt notwendig. Ich muss 2 Seiten operieren (keine Schönheit). Die 2 Nächte im Spital waren wegen den Zimmernachbarinnen ein Horror. Nach der 2. Operation bin ich aus dem Spital nach der ersten Nacht fast geflüchtet. Ich habe den Pflegern gesagt, wenn der Arzt nicht kommt, entlasse ich mich selber, der Arzt ist erst am Nachmittag herbeigeeilt. Ein anderer Spezialist schickt mir nach einem Besuch ungefragt einen 2-seitigen Bericht und alles was ich ihm erzählt habe ist verkehrt erklärt worden, stimmt alles nicht. Und der letzte Fall, aber ich könnte noch mehr erzählen, bei einer Therapie, der Arzt hört mich nicht zu, er schläft fast jedes Mal ein. Einmal muss er aufstehen und in die Toilette gehen, weil es ihm nicht gut geht. Ich breche irgendwann die Therapie ab, weil es mir langsam zu blöd wird. Bin ich die komische, ungeerdete, habe ich immer nur Pech oder ist das normal so?

mitdiskutieren

14 Kommentare
0 auf Merkliste