Zürich - the Botox-City, Vergleiche und die Eifersucht

Woah, Zürich ist ja voll zur Botox-City mutiert?! Krass. Ich verstehe nicht, warum sich das soooooo viele freiwillig antun, aber ich muss ja nicht alles verstehen. . Was auch so ein bisschen in diese Ecke geht, die Vergleiche: Vergleiche mit anderen sind unnötig, denn jeder ist einzigartig. Jeder hat seine ganz eigene Geschichte mit allem drum und dran. Wir wissen das, oder? Wenn man sich jetzt doch vergleicht mit jemanden ganz spezifischen und dann diese Eifersucht spürt, die den Bauch verkrampfen lässt und wegen der man gleich mindestens zu 24.6% hässlicher erscheint (da hilft dann auch kein Botox mehr), dann ist es eben nicht mehr so lustig. Doch nicht verzagen, dagegen hilft etwas: Ein Teil der Antwort habe ich beim Dokuschauen „Skitour meines Lebens“ (SRF) aufgefasst. Fränzi Aufdenblatten wurde gefragt, wie sie den Konkurrenzkampf innerhalb des Teams mit Dominique Gisin erlebte. Ich kann mich nicht erinnern, was sie genau gesagt hatte, aber der Sinn war: Ach, was bringt schon Eifersucht, das nimmt nur Kraft. Sie habe den Erfolg den Anderen gegönnt. Das ist der Punkt! Das ist der Schlüssel! Per Zufall oder eben nicht per Zufall habe ich kurz später bei Vorträgen genau zu diesem Thema noch mehr Details gehört. Eifersucht? Dem Anderen es gönnen. Sich mit ihm für seinen Erfolg, für sein Auto, für was auch immer mitfreuen. Von Herzen und wahrhaftig. Wenn das gelingt, nimmt man ebenfalls teil an der Errungenschaft des anderen. Der Clou ist, man musste dafür keinen Finger krümmen und das Schöne daran ist, die Eifersucht hat sich zu einem liebevollen Wohlgefühl gewandelt. Ich wollte jetzt keine Moralpredigt halten, ich teile dies jetzt einfach nur gerne, weil es mir auf dem Weg mitgeschenkt wurde und ich es eine ganz schöne Erkenntnis finde, für alle diejenigen, die mal eifersüchtig sein sollten.

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Nur allein oder auch einsam?

Es ist Wochenende und ich verbringe es zuhause. Es ist schönes Wetter, man könnte tagsüber was machen, am See sitzen, ein Glacé essen oder ein Bier trinken. Man könnte viel unternehmen und an Interesse fehlt es mir auch nicht. Was tue ich? Ok, ich weiss mich zu beschäftigen. Habe alles gelesen, was in letzter Zeit liegengeblieben ist, aber ausser mit der Frau an der Kasse in der Migros gestern mit niemandem geredet. Abends hab was Feines gekocht. War schön. Aber schöner wärs, sich mit anderen auszutauschen, etwas zu unternehmen. Habe mit dem Gedanken gespielt, ins Kino zu gehen aber dann dran zu denken, dass das wohl ganz viele tun, bloss nicht allein, hat mich davon abgehalten – und das sogar im Bourbaki, wo es keine Pausen gibt, die ich totschlagen müsste mit Toilettenbesuch und Flyern lesen. Ich komme mir langsam blöd vor und manchmal haut es mir auch richtig auf die Moral. Ich lasse so viel bleiben, was ich eigentlich gern tun möchte. Damit wir uns richtig verstehen. Ich bin berufeshalber viel unter Leuten, wer mich kennt, würde mich eher in die Extrovertiertenecke stecken. Ich rede gern, mag Menschen und interessiere mich für alles Mögliche. Ich habe zwar die 45 überschritten, bin aber junggeblieben, weitgereist und auch sonst kein Mauerblümchen. Irgendwie und irgendwann hat es sich ergeben, dass ich kinderloser Single wurde, obwohl das nie mein Plan war... Ich finde mich mehr und mehr allein und das Alleinsein wird immer häufiger zur Einsamkeit, denn der Unterschied ist ja wohl die Wahl, gewollt allein oder es mangels Alternative zu sein. Und das in einer Stadt, wo es so viele Menschen gibt. Ich bin gern zuhause, aber kein Couchpotato. Alleinsein finde ich etwas Schönes, das ich geniessen kann und oft auch suche. Aber eben nicht immer. Ich organisiere gern, trotzdem wär es wunderbar, auch mal gefragt oder eingeladen zu werden. Manchmal scheint es mir, als fänden mich die Leute nur, wenn sie eine Schulter zum Ausweinen suchen, einen Notnagel, wenn andere keine Zeit haben oder wenn ein Abend fern von Ehemann und Kindern ansteht. Von Meetup bis zu Parship über RonOrp alle möglichen Anläufe genommen, Kurse besucht und mich ganz oft aufgerafft, allein irgendwohin zu gehen. Oder dann die Variante, zusagen und kurzfristig Planänderung durchgeben - per what's app ja ganz einfach... Ich versuche, mich nicht in Selbstzweifel à la „was stimmt mit mir nicht?“ zu stürzen, aber manchmal geht mir schlicht und einfach die Energie fürs Mir-selber-gut-zureden aus. Klar hätte ich gern einen Partner, was ich mir aber vor allem wünsche, das sind Menschen um mich herum. Oder wie sagte schon Anna Gavalda: Zusammen ist man weniger allein. Ich weiss, ich bin nicht allein mit dem Thema, aber Herrgotthimmelnochmal, wo seid ihr denn alle, die auch allein zuhause sitzen und es gar nicht immer möchten? Wer mag was unternehmen, von Ausflug über Kino, von einfach mal tratschen bis hin zum elenden Silvesterfeiern vielleicht? Ich bin gespannt, wie ihr das Leben erlebt.

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