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Eines meiner Abenteuer hat sich auf Fiji abgespielt. Wir waren auf einer 6-monatigen Weltreise und machten grad ein 5-wöchiges Südsee-Rumhüpfen. Nach einem Horrorflug mit üblen Turbulenzen landeten wir morgens um 2 in Nadi. Logisch war hier niemand da von unserer Unterkunft, trotz Bestätigung. Das hatten wir in den letzten Monaten immer wieder erlebt. Quatscht uns ein Taxifahrer an, er bringe uns zum Hotel. Ja ok, eine andere Wahl haben wir ja nicht....Wir stiegen in sein Taxi und waren leicht erstaunt als da noch ein zweiter Mann einstieg und auf dem Beifahrersitz Platz nahm, sagten aber nichts. Die Fidschianer sind zum Teil recht grossgewachsen und massig, so auch diese beiden Exemplare, sehr imposant:-) Aber wir sagten nichts. Zuerst fuhren wir durch die leeren Strassen von Nadi, da war noch alles ok und wir sassen ziemlich erschöpft im Fonds. Plötzlich bog er ab und fuhr durch einen kleinen Wald. Die Strasse wurde immer enger, und auf einmal fuhren wir durch Schilf am Strand entlang!!! Ein wenig besorgt fragte meine Begleitung: Seid ihr sicher, dass ihr auf dem richtigen Weg seid? - Keine Antwort - Booah wir waren plötzlich hellwach und mein Freund zischte mir zu: Sobald die anhalten, steigen wir beide sofort aus und rennen in verschiedene Richtungen um sie abzuhängen. Da hatte ich dann aber echt Schiss, und ich wäre am liebsten sofort aus dem fahrenden Auto gesprungen! Ich war überzeugt jetzt werden wir das erste Mal überfallen!! Plötzlich vor uns ein Licht, ein Haus, ein Hotel...Unser Hotel! Sie stiegen aus und weil der Nachtwächter schlief haben sie geklingelt und mit ihrem Handy im Hotel angerufen, bis jemand kam! Dann fragten sie uns, ob alles ok sei und ob es gut sei wenn sie wieder wegfahren, ob wir uns sicher fühlten hier? - Wir haben uns geschämt für unsere Gedanken und das Trinkgeld war dann mehr als grosszügig!

In Peru am Rande des Dschungels stand ein Piper, mit dem wir zwei Stunden in die unbekannte Lichtung mitten in der grünen Hölle fliegen wollten. Beim Einsteigen bemerkten wir, dass nur der Pilot einen Sitz beanspruchen konnte. Wir Zwei mussten auf zwei festgezurrten Benzinfässern Platz nehmen. Kurzes, leeres Schlucken, und los gings, ein schaukeliger Flug über den Wipfeln der Baumriesen. Als dann der Pilot meinte, er brauche ein bisschen Schlaf mit der gütigen Hilfe eines Autopiloten schauten wir uns perplex an. Es schien Routine zu sein. Wir mussten ihn nach 45 Minuten wecken. Das Flugzeug flog bis dahin brav geradeaus. Als die Lichtung in Sicht kam, klärte uns der Buschpilot auf, dass die Blattschneiderameisen auch grosse, unsichtbare Löcher im Flugfeld anlegen, die Wiese also wirklich holprig sein werde, es sei aber erst ein Flugzeug hängengeblieben.
Die Wiese war tatsächlich eine Buckelpiste, doch dank der explosiven, aber schweren Ladung landeten wir ohne Havarie. Ein Willkommenskaffee lockerte unsere Anspannung wieder.
ennendra

Guatemala, Busstation: Busbegleiter Nr. 1 reisst mir meinen Tramper vom Rücken und will ihn gutgemeint zum Busbegleiter Nr. 2 auf das Dach des bereits laufenden Buses werfen. Der Schmeissende unterschätzt allerdings seine Kraft und wirft den Rucksack über den Wagen drüber, wo er mit einem dumpfen Geräusch auf dem staubigen Boden aufschlägt. Später stellte ich fest: Da war die Spiegelreflexkamera drin.

Uuuuf, ganz viele und ich liebe sie alle!
Die lustigste Geschichte war vielleicht mein erste Reise mit meiner besten Freundin als wir mit 17 Jahren eine inter-rail Reise nach Spanien unternahmen;
Für eine längere Zugsstrecke welche wir innerhalb Spanien fahren wollten sollte man eine Platzreservierung machen. Wir dachten uns aber, dass wir das nicht brauchen und gerne im Gang sitzen mit unseren Rucksäcken. Als der Kontrolleur bei uns ankam versuchte er uns etwas zu erklären, aber da wir kein Spanisch konnten verstanden wir nicht sonderlich viel. Genervt ging er weiter, kam aber etwas wenig später zurück. Abermals versuchte er etwas zu erklären...er war wirklich genervt...wir verstanden immer noch nichts. Kurz darauf hielt der Zug an einer Station an. Der Kontrolleur nahm unsere Rucksäcke und warf sie aus der Türe auf die Gleise. Das verstanden wir sehr klar :-)! Eine Schweizerin im Zug übersetzte und meinte, dass die Billette NUR mit Reservation gültig seien in diesem Zug.
Wir folgten unseren Rucksäcken und befanden uns auf den Gleisen eines Bahnhofs, schlagten unseren Reiseführer auf um festzustellen, wie weit wir gekommen sind. Bald darauf kam ein junger Mann mit Fahrrad auf uns zu und zeigte uns den Weg zu einem total schönen Hotel. Wir verbrachten 2 tolle Tage in dem Ort bevor wir weiterreisten - mit Reservation.

Nach fast zwei Wochen in Utila Town besteige ich an einem Sonntag nach vier Stunden Schlaf, rekonvaleszent & mit Restalkohol im Blut in Begleitung der Norwegerin Tonje & dem Vielfrass James um 6.30 die Fähre nach La Ceiba. In der Hälfte der Fahrt revoltiert mein Magen & ich übergebe mich in der Herrentoilette, wobei gar nichts zur Übergabe vorhanden ist, da ich seit zehn Stunden nichts zu mir genommen habe. Nach dem trockenen Erbrechen setze ich mich auf meinen Platz & genehmige mir einen Schluck Wasser. Dann kommt die Sonne. Währenddem ich immer noch gegen meine Übelkeit ankämpfe, fliessen Sturzbäche von Schweiss über mein aschfahles Konterfei. Nach etwa zehn Minuten sehe ich mich gezwungen, abermals den Abort aufzusuchen. Es fühlt sich an als würde ich mich sämtlicher innerer Organe entledigen, doch in Wirklichkeit würge ich bloss das Wasser wieder heraus. Auf dem Lokus gefällt’s mir dermassen gut, ich mach’s mir gleich gemütlich & verharre da, bis das Motorengeräusch abnimmt.
Bleicher als Michael Jackson torkle ich an Land, & als alle anderen Passagiere sich emsig ihrer Rucksäcke bemächtigen, stehe ich abseits – nicht als schwarzes Schaf, sondern als weisses. Tonje & James würden gern ein Taxi nehmen, um zum Busbahnhof zu gelangen, doch daran ist für mich im Moment gar nicht zu denken. Ich muss mich erst mal erholen. Denkste, sage & schreibe zum dritten Mal wird bei mir der Brechreiz ausgelöst, dieses Mal gepaart mit einer anderen menschlichen Notdurft. So langsam kommt mir der Gedanke, dass irgendwas nicht stimmen kann. Schliesslich besteige ich doch noch das Taxi. Im Busterminal angekommen bin ich mit meinen Kräften am Ende & wünsche mir einfach nur ein Bett. Ich verabschiede mich von James, der eine andere Route im Sinn hat als Tonje & ich. In meinem Dämmerzustand bringt mein Kopf Gedanken hervor wie: 'So ist es also, an Malaria oder an Denguefieber zu sterben. Man haucht das Leben nicht aus, sondern erbricht es. Also entweder möchte ich jetzt sofort von der Repatriierung durch die Rega Gebrauch machen & zurück in die Schweiz befördert werden oder aber ich krieg auf der Stelle ein Bettchen, um den Löffel wenigstens in der Horizontalen abgeben zu können. Gott, ein Königreich für ein Bett!'
Was müssen Tonje & ich wohl für ein Bild abgeben. Sie die Handikapierte, weil sie sich zwei Nächte zuvor nach zu viel Tequila den Knöchel gestaucht hat & ich die Halb-Leiche mit mattem Blick, von der schon ein leichter Verwesungsgeruch ausgehen muss. Ich erkläre Tonje, ich könne nicht mit ihr weiterreisen & würde mir in La Ceiba ein Bett zum Sterben nehmen. Doch plötzlich entzündet sich der letzte Funken Leben in meinem Zombiekörper & ich schleppe mich in den Bus & sacke auf meinem Sitzplatz zusammen & finde Schlaf. Zwei Stunden später, ich muss abermals erbrechen, diesmal ist’s Coca-Cola, frisch von der Quelle. In San Pedro Sula hält der Bus für eine halbe Stunde & ich wage es, Nahrung zu mir zu nehmen. Ausserdem verspreche ich Tonje hoch & heilig, von hier bis Copan alles mir Zugeführte auch bei mir zu behalten, es sei doch sonst eine Verschwendung. Ob ich es schaffen werde?

Ich sag nur: 3 Monate Praktikum in Indien, oder der Versuch einen Komposthaufen in einer reichen Wohnsiedlung einzuführen ;-)

Aaalso. Gestern war ich essen beim Inder. Danach war ich im Kino. Deshalb war der Abend teuer.

letzte woche habe ich wieder einmal erlebt, wie eine mässig schwierige hochgebirgstour bei erschwerten bedingungen sofort mühsamer und schwieriger wird: der viele neuschnee musste gestampft werden und in den felsen war der neuschnee ein nicht immer ganz abschätzbares risiko. vorsicht war geboten! alles ist gut gegangen. dafür bin ich dankbar!
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