Stadtkolumnen in Zürich

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ORANGE REVOLUTION MIT APEROL SPRITZ

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Aperol Spritz ist in aller Munde. Das vor ein paar Jahren gänzlich unbekannte Mixgetränk beschert dem Campari-Konzern seit 2007 ein kräftiges Wachstum.

 

Das Trendgetränk, bestehend aus einem Mix aus Rhabarber, Enzian, Bitterorange, Chinarinde, Kräutern, Sodawasser und Prosecco, verkauft sich fabelhaft: Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz fast 200 000 Flaschen des knapp 100 Jahre alten Likörs verkauft – das entspricht einer Zuwachsrate von über 300 Prozent. Und auch der Kurs der Campari-Aktie entwickelt sich überdurchschnittlich: In den letzen zehn Jahren stieg er um über 85 Prozent, allein um 18 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten.

Doch nicht immer schon gehört Aperol Spritz zu Campari. Bereits 1919 stellten die beiden italienischen Brüder Luigi und Silvio Barbieri Aperol im Rahmen einer Ausstellung in Padua vor. Getrunken wird der feinherbe und somit appetitanregende Aperitivo in Italien seit 1950.

Für den Erfolg der Marke sind nicht Grösse oder Marktanteil verantwortlich. Heute hängt er – nebst der geforderten gleichbleibenden Produktqualität – vor allem davon ab, dass die Marke bei den Konsumenten authentisch wirkt. Die Konsumenten holt das Unternehmen direkt dort ab, wo sie ihrer Meinung nach die Attribute sucht und findet, für die auch der Aperol Spritz steht: sonnig-unbeschwerte Momente und totale Lebensfreude – zum Beispiel als Sponsor des Zürcher Orange Cinema.

Nicht nur die Kunden, auch Gastronomen mögen das Kultgetränk. Es ist schnell gemixt und liefert hohe Margen. Diese hängt von der Qualität des verwendeten Getränks ab. Eine Flasche Aperol zu 16 Franken ergibt etwa 16 Drinks, ein guter Prosecco für 13 Franken reicht für 6. Wenn für Soda, Eis und Orangenschnitz pro Getränk noch 30 Rappen addiert werden, ergeben sich Materialkosten von ungefähr 3.40 Franken. Inklusive Personalkosten belaufen sich die Kosten für einen Aperol Spritz somit auf rund 4 Franken.  Wenn der Kunde 8 bis 14 Franken bezahlt, ergibt das zum Schluss keine schlechte Marge. Am Ende zählt nur, dass alle zufrieden sind: Der Barkeeper, das Unternehmen, der Aktionär und nicht zuletzt auch der Gast. 

 

von PUNKTmagazin.ch