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morgaine beschreibt es schon richtig. Die Berner machen auch keine fröhlichen Gesichter. Gedankenverloren? Müde? Es war immer so, geändert hat es sich nicht. Ja, zu Zweit wird geplaudert, getratscht, was oft unterhaltend ist. Die Jungen, in Gruppen, ein lebendiger Austausch. Mich stört das alles nicht. Bin eine alte Frau, habe stets ein Notiz-Büchlein bei mir, schreibe auf, was ich bemerke, oder schaue zum Fenster raus, schaue, wer zusteigt, den Ausländer, der den Kehricht aus dem Tram holt. Natürlich ein Schwarzer, welcher Schweizer räumt uns sonst den Dreck weg !! Wenn überhaupt, erhalten sie ein Lächeln, ein Danke! Und schon bin ich am Ziel, habe nur die Frage, weshalb die Neuzusteiger sich sorgen, sie könnten das Tram verpassen, vor dem Ausgang stehen, wir sie fast wegdrängen müssen.

hhmm, also ich bin jetzt anfangs dreissig, ich weiss nicht genau in wie fern ich die sachen mit früher verlgeichen kann und in wie fern es eine rolle spielt in zürich aufgewachsen zu sein, aber mir passiert dies heute noch regelmässig liebe morgaine, dass ich leute, die ich mehrmals gesehen habe - sei dies beim einkaufen, im restaurant, im ausgang - egal wo, zu grüssen anfange und im gegensatz zu so manch anderen meinungen, die leute grüssen zurück und das in zürich, das muss man sich mal vorstellen ;)
natürlich gibt es ausnahmen, die gibt es immer, und in zürich vielleicht mehr wie an anderen orten, aber ich glaube, es kommt auch sehr auf die eigene einstellung und wahrnehmung an.
im winter fahre ich vier tage die woche mit dem tram, da gibt's einiges zum schmunzeln, sehr vieles zum kopfschütteln, aber zum glück auch immer noch so einiges, wo ich sagen kann, ganz so schlimm steht's mit zürich oder auch der heutigen zeit noch nicht, zumindest für mich :)

Bei den wenigsten Menschen ist das Gesicht wie beim JOKER ins Gesicht gewachsen. Der Ausdruck ist einfach so mit neutralem Blick. Was der Betrachter darin interpretiert ist von dessen Laune abhängig.
SMILE

morgaine, ich weiss nicht, warum du mir das schreibst. du fährst doch viel zu selten noch tram, um festzustellen, ob die leute, die sich öfter treffen, anfangen zu grüssen. ich konnte das schon erleben, ehrlich :). und auch teenies die aufstehen für ältere herren oder schwerbepackte, und unaufgefordert kinderwagen reintragen helfen.
hast du nicht festgestellt, dass es vielleicht diene einstellung ist, oder täusche ich mich da?
sogar "ist hier noch frei" kommt noch vor, so dämlich ich das auch finde, denn man sieht ja ob frei ist. blickkontakt hallihallo reicht doch.
gerade wenns einem schlecht geht, soll man das nicht auf das umfeld übertragen. den anderen geht es vielleicht allen recht gut, und trotzdem sind sie nicht perfekt. aber auch nicht verantwortlich für das schlechtgehen anderer

morgaine-le-fay: vielleicht nimmst du jetzt, wo du etwas älter bist, deine ÖV-Fahrten einfach anders wahr? Weisst du, mir passiert es oft, dass ich von älteren Menschen herablassend behandelt werde. (Und da bin ich wahrscheinlich nicht die einzige) Eine ältere Frau steigt am Bellevue ins Tram und lässt sich einfach auf meiner Tasche nieder. Ohne einen Blick zu mir oder auf den Sitz. Manchmal geschehen solche Dinge so schnell, dass man gar nicht reagieren kann. Oder man sitzt im Bus - kommt gerade vom 2 stündigen Training und kann sich kaum noch bewegen - und wird beinahe schon aggressiv aufgefordert den Platz für die ältere Dame zu räumen, die aber sehr fit aussieht. Irgendwann nach einigen solchen Erlebnissen vergeht einem vielleicht einfach das nette Lächeln älteren Menschen gegenüber und man hat keine Lust mehr immer nett und zuvorkommend zu sein. Das war jetzt zwar etwas übertrieben ausgedrückt, ist jedoch meine Einstellung. Ich bringe jedem so viel Respekt entgegen, wie er mir.

als jemand, die einerseits schweizerin ist und andererseits in den usa aufgewachsen ist und auch in das eine odrr andere land gereist ist, kann ich sagen, dass zürich diese eigenschaft wirklich am ausgeprägtesten aufweist. jaaa nicht in die privatsphäre des anderen eindringen mit einem blick, lächeln, kurzem smalltalk... schon ein "guten morgen" wenn man die bäckerei betritt um 6:30 kann mit verpönenden blicken erwidert werden.
ich liebe zürich, doch dies macht mir echt zu schaffen.
dass der eine oder andere nur seine ruhe haben will und sich deshalb hinter einem buch versteckt ist überall so und völlig ok. auch das wetter erklärt tatsächlich einiges. in den usa jedoch, mit allen macken etc, die die amis haben, findet sich IMMER die möglichkeit für ein nettes gespräch. nur smalltalk und deshalb nix persönliches aber die beiden beteiligte gehen danach mit einem lächeln davon und dem gefühl, MiTMENSCHEN auf dieser welt zu haben, was genau das ist, was hier in zürich fehlt.

Also, ich finde ja es kommt auch sehr auf die Jahreszeit an. Im Winter (oder "Frühling"), wenn statt wie letztes Jahr Sonnenschein grauer Himmel und Schnee herrscht, alle erkältet sind und immer mehr der Winterdepression verfallen, kann ich verstehen, dass die Leute nicht immer zu Gesprächen aufgelegt sind.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Leute im Sommer besser drauf sind und das auch so ausstrahlen.
Bücher haben doch nichts mit Abgrenzung zu tun. Es gibt halt Leute, die sonst nicht zum Lesen kommen. Und meiener Meinung nach sind Bücher ein guter Gesprächseinstieg...
Und auch Musik...ich habe das zweifelhafte Glück, immer bei solchen Menschen in der Nähe zu sitzen, deren Gespräche einfach nur zum Kopfschütteln und Facepalmen sind.

@alle: ich denk, ich muss mich wieder mal melden, nachdem ich das ganze angeleiert habe. es ist interessant die diskussion zu lesen und vielleicht ist mir damit ja ein gegenpol zu johnny escobar gelungen… ;-)
speziell für «slomo», mit dem ich mir schon viele heftige fights hier geliefert habe, möchte ich doch mal erwähnen, dass auch ich einige jahre gependelt bin. mit dem zug. allerdings nur zwischen wil/SG und winterthur und ich bin die jahre zuvor nur tram gefahren. aber ich vermisse heute eigentlich etwas aus jener zeit (die auch NICHT besser war, wohlgemerkt). menschen, die sich ein paar mal im tram oder im zug begegnet sind, grüssten sich. zuerst ein scheuhes nicken, dann mehr, dann ein «guten morgen…», dann ein «guten morgen, auch wieder hier?» oder «… ich habe sie lange nicht mehr gesehen» daraus entwickelten sich oft kurze gespräche und bei aussteigen verabschiedete man sich.
auch damals wurde in den OeV (die noch nicht so hiessen) geschwiegen, nachgedacht, aus dem fenster gekuckt oder gelesen… aber irgenwie nahm man seine umgebung noch war. männer oder kinder standen auf, wenn eine ältere person das tram betrat und boten ihren platz an. man «pflanzte» sich auch nicht raumfüllend neben jemanden, sondern fragte: «ist da noch frei?» (auch wenn das schon damals rein rhetorisch war) und es wurde werder gesoffen noch gegessen. man überlebte eine tram- oder zugfrahrt zur arbeit, ohne nuckelflasche.
und ich glaube auch nicht, dass es allen partout so schlecht geht, wie «cad» das beschrieben hatte, auch wenn das ein nachdenkenswerter aspekt ist.
es ist diese arroganz, die in dem verhalten der menschen liegt
denn wie sonst kann es möglich sein, dass einer im zug stirbt und es keiner merkt (wie das mal vor einiger zeit hier in zürich passiert ist)?

Stimmt, aber das Ziel ist beim Sandwich dann erfüllt, wenn es schmeckt, beim Zug hingegen, wenn er Dich da hin bringt, wo Du hin möchtest, und das tun die SBB ja in der Regel relativ zuverlässig, nicht wahr? ;-)

also der ganze thread hier handelt doch von der happiness in der öv? mit dem sandwich hast du ja angefangen;) und um beim sandwich-vergleich zu bleiben. ich kaufe auch nicht ein sandwich um ein kulinarisches highlight zu erleben, sondern um den hunger zu stillen und trotzdem stelle ich an das sandwich gewisse ansprüche!

Keine Ahnung, was Du von den SBB zu dem Preis erwartet hast. Ich fahr jedenfalls nicht zum Flughafen, um unterwegs dahin eine gute Zeit zu haben. So wie ich auch nicht die Dienste von Lufthansa & Co. in Anspruch nehme, um Tomatensaft zu trinken, sondern weil ich irgendwo hin will. Jedenfalls ist mir noch nie eingefallen, mich über die Flugpreise zu beschweren, bloss weil in der Regel der Sitzkomfort und das Essen zu wünschen übrig lassen und hinter mir ein Kleinkind kräht.
Und den Vergleich mit dem Sandwich versteh ich nicht.

@lisasbruder: wie gesagt, darum geht es nicht! es ist ein subjektives empfinden und es geht mir gar nicht darum, dass es billiger sein sollte (sonst muss es ja noch mehr subventioniert werden).
also nochmals für dich die zusammenfassung:
- ich fand die fahrt an den flughafen sch...
- ich habe dafür noch 6.60 bezahlt (oder so ähnlich)
zurück zum sandwich:
- du kaufst dir ein sandwich und es ist ein altes hartes brot und der salat da drauf ist matschig
- du bezahlst dafür 2.00
sagst du dann, na gut, es ist trotzdem toll, weil wenn ich mir das beim sprüngli geholt hätte, dann wärs zwar besser gewesen, aber dann hätte ich bestimmt auch 9.00 bezahlt?

Doch, poncho, Dein Stundenlohn steht in sehr direktem Zusammenhang mit Deinem Empfinden, dass 6 CHF viel sein sollen. Für einen deutschen Hartz-IV-Empfänger mag der Betrag hoch sein, für jemanden, der in der Schweiz arbeitet und hier auch Lohn empfängt, ist es normalerweise wenig.
Ausserdem bitte ich Dich, mal auszurechnen, wie viel Dich ein Auto für diese Fahrt kosten würde, wenn Du neben dem Sprit- auch den Kauf- und den Unterhaltspreis sowie natürlich die Parkkosten am Flughafen mit einbeziehst. Tu das doch bitte, erst dann kannst Du vergleichen, was denn nun am Ende teurer ist.
Es scheint mir auch, dass Du noch nicht so weit rum gekommen bist auf der Welt, andernfalls wüsstest Du, dass unsere ÖV-Preise sehr tief sind, insbesondere im Nahverkehr.

@lisasbruder: nein, ist nicht relevant, wenn du meinen post richtig verstehen würdest. es ist eine subjektive empfindung von mir und ich vergleiche es zum auto und schaue auf preis-leistungs-verhältnis. wie du auf den vergleich zur pet-flasche und sandwich am flughafen kommst ist mir ein rätsel (gibt übrigens auch migros am flughafen). also wenn du dann für ein abgelaufenes sandwich und ein cola ohne kohlensäure 10.- bezahlst, dann findest du es auch nicht so toll.. und dann kommt einer und sagt dir: ja dafür kannst du nicht mal ins kino.. etwa so ordne ich deine antwort ein. und nein, ich habe kein halbtax und das ist ja auch nicht gratis!

ich bin nicht so ein morgenmensch. wenn ich morgens mit den ÖV's fahre, habe ich gerne meine ruhe. mag sein, dass ich dann nicht immer lächelnd dasitze und mich auf meine inhaltslose gratiszeitung oder auf mein handy konzentriere, aber mein interesse an gesprächen - sei es diese selber zu führen oder mitanzuhören - hält sich zu dieser zeit einfach in grenzen. auch bin ich nicht am mithören von irgendwelcher musik - meist elektronischer natur - interessiert, welche immer wieder, trotz kopfhörer, von einzelnen mitfahrern ins tram durchdringt.
mein verhalten - es mag so wirken, wie wenn ich ein scheiss leben hätte - wird hier von dir jedoch falsch interpretiert, ich mag mein leben :) mein verhalten ist reiner selbstschutz um meinen tag gut zu beginnen und mich nicht durch die fahrt mit den ÖV's aus der ruhe bringen zu lassen. am abend ist die lage dann entspannter, zumindest für mich.