Hast du Spannendes zu erzählen über deine Stadt und was in ihr so abgeht? Dann teile es doch mit uns und werde Stadtschreiber. Dabei kannst du nicht nur deine journalistischen Fähigkeiten aufpolieren, sondern dir auch die Freiheit nehmen über die, Dinge zu Schreiben, die du magst.
Ron erklärt, was es mit dem Stadtschreiber auf sich hat!
Stadtkind:
Ich hab gehört, du suchst Stadtschreiber. Aber was genau ist ein Stadtschreiber?
Ron:
Stadtschreiber sind Stadtkinder aus der Ron Orp Community wie du und ich, die Lust und Zeit haben selbst Tipps zu schreiben.
Stadtkind:
Was für Tipps?
Ron:
Tipps, die uns allen helfen ein noch erfüllteres Stadtleben zu führen.
Stadtkind:
Kannst du da ein Beispiel machen?
Ron:
Jemand der sich gerne mit Geschichte auseinandersetzt, kann zum Beispiel in kurzen Beiträgen über stadtrelevante historische Ereignisse schreiben. Ein anderer kennt alle vegetarischen Restaurants der Stadt oder weiss die besten Joggingrouten. Hauptsache spannend.
Stadtkind:
Also nur lokale Tipps?
Ron:
Nein! Eigentlich sind den Ideen keine Grenzen gesetzt. Beispielsweise würde ich auch gerne eine Rubrik mit Podcast-Tipps einführen...
Stadtkind:
Wo werden dann die Tipps veröffentlicht?
Ron:
Die Tipps werden auf der Stadtseite in der jeweiligen Rubrik veröffentlicht. Ausserdem wird in jeder Ausgabe von Ron Orp’s Mail auf 1 bis 2 Tipps hingewiesen. Man kann aber auch die Tipps von einem bestimmten Stadtschreiber abonnieren. So kann sich ein Stadtschreiber eine richtige Fangemeinde aufbauen.
Stadtkind:
Kann ich für ganz viele Rubriken schreiben?
Ron:
Zu Beginn muss man sich erstmal beweisen und für eine ausgewählte Rubrik sechs Berichte schreiben. Wer viel und gut schreibt darf auch für mehrere Rubriken schreiben.
Stadtkind:
Was kriegt der Stadtschreiber dafür?
Ron:
Das Wichtigste ist wohl: Zufriedenheit. Denn wer sich entscheidet Stadtschreiber zu werden, der wird seine Stadt neu entdecken und somit sein Leben spannender gestalten. Plus das Lob, das er ernten wird, wenn die Tipps gut ankommen. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass für einige dies ein Sprungbrett ist um eine redaktionelle Laufbahn einzuschlagen. Denn als Stadtschreiber können erste redaktionelle Erfahrungen gesammelt werden. Den Fleissigen, die mehr als 25 Berichte geschrieben haben, stelle ich auch ein Zertifikat aus. Ein Stadtschreiber kann aber auch Profit daraus ziehen, in dem er seinen Nickname auf seinen richtigen Namen ändert (so wird man bekannt) oder er gibt seine Webseite als Nickname an. So kann er auf seinen Blog oder auf sein Geschäft hinweisen. Ganz wichtig: ich suche Leute, die dies aus Spass an der Freude tun. Geld oder andere Vergütungsformen gibt es nicht.
Stadtkind:
Gibt es was, das ich als Stadtschreiber nicht darf?
Ron:
Als Stadtschreiber darf man nicht über eigene Produkte, Dienstleistungen oder Lokalitäten schreiben und auch nicht auf seine Website verlinken. So im Stil von: “Weiterlesen klicke hier”
Stadtkind:
Stellst du irgendwelche Anforderungen an die Stadtschreiber?
Ron:
Ein Stadtschreiber muss neugierig sein. Ein urbaner Entdecker und Forscher. Wichtig ist auch, dass er sattelfest in Rechtschreibung und Grammatik ist so wie sorfältig arbeitet.
Stadtkind:
Wenn jemand interessiert ist und die Anforderungen erfüllt, was muss er tun?
Ron:
Dann soll er sich überlegen für welche Rubrik er schreiben möchte und sich bei mir melden: stadtschreiber@ronorp.net.
Stadtkind:
Ganz Wichtig. Damit der Ron auch den Überblick behält, schreibt im Mail-Betreff eure Stadt und welche Rubrik ihr wollt.
Ein Mann, nennen wir ihn Walter, geht seines Weges durch die Stadt. Es ist ein schöner Sommerabend, und die Menschen...
Ein Mann, nennen wir ihn Walter, geht seines Weges durch die Stadt. Es ist ein schöner Sommerabend, und die Menschen sind draussen unterwegs. Da erblickt Walter vor einem Restaurant einen Bekannten. Walter freut sich, tritt zu ihm hin und beginnt, fröhlich auf ihn einzureden.
Walter erkennt nicht, dass direkt neben seinem Bekannten ein weiterer Mensch steht und die zwei sich bereits in einem Gespräch befinden.
Denn Walter ist Autist.
Walter leidet an einer geheimnisvollen Disposition: Er ist von Geburt an nicht in der Lage, gewisse Dinge um ihn herum überhaupt wahrzunehmen. Das bedeutet nicht, dass er in Bäume oder parkierte Autos hineinläuft. Bäume und Autos sieht Walter. Was Walter hingegen nicht sieht, sind die sozialen und emotionalen Zusammenhänge. Ein Bekannter ist für ihn ein Bekannter, ob dieser nun allein auf einer Bank sitzt oder dort mit einer Frau knutscht. Und einen Bekannten muss man doch begrüssen!
Also sagt Walter hallo zu seinem Bekannten. Zu der Person neben diesem sagt er nichts. Er schaut sie nicht mal an.
Denn Walter ist Autist.
Der Bekannte hingegen ist keiner. Er kann die Gefühle der Menschen um ihn herum wahrnehmen und einen potentiellen Zusammenhang zwischen seinem Verhalten und diesen Gefühlen herstellen. Daher sagt er auch nicht zu Walter: Walter, du störst uns beim Reden; oder, etwas weniger barsch: Walter, wir sind gerade in einem Gespräch. Denn das wäre für Walter nicht so angenehm.
Daher gibt der Bekannte Walter ein paarmal knapp Antwort und wendet sich danach jeweils mit dem Kopf wieder seinem vorherigen Gesprächspartner zu, in der Hoffnung, Walter möge dadurch erkennen, dass er gerade eine intime Situation unterbrochen hat.
Doch Walter ist Autist.
Er redet einfach weiter.
Der Bekannte ist gezwungen, unhöflich zu werden. «Also!» sagt er nach einer Weile laut, er ruft es schon fast, und nun dreht er nicht nur den Kopf, sondern den ganzen Körper zurück zu der für Walter unsichtbaren Person. Einander vorgestellt hat er die beiden nicht, denn dies hätte zur Folge, dass Walter noch länger hier stehen und plaudern würde.
Walter lässt sich nicht stören und gibt seiner Freude über das schöne Wetter Ausdruck.
Der Bekannte geht noch einen Schritt weiter und nimmt sein unterbrochenes Gespräch wieder auf. Er macht es wie Walter und tut so, als gäbe es Walter nicht.
Endlich versteht Walter. Bei Walter muss man zu deutlichen Signalen greifen. Leicht beleidigt verabschiedet er sich. Allerdings nur von seinem Bekannten. Die andere Person existiert für ihn noch immer nicht. Vermutlich fragt er sich, weshalb sein Bekannter sich einfach plötzlich umgekehrt und sinnlos in die Luft zu reden begonnen hat.
Seit einem knappen Jahr wohne ich in einer hübschen, ruhigen Gegend. Vor meinem Haus gibt es einen Spielplatz. Er...
Seit einem knappen Jahr wohne ich in einer hübschen, ruhigen Gegend. Vor meinem Haus gibt es einen Spielplatz. Er gehört zu den beiden Liegenschaften gegenüber und darf, so verkündet es ein deutliches Hinweisschild, nur von deren Mietern benutzt werden.
Ich fand das Schild immer unsympathisch, doch im Gegensatz zu meinen Freunden, die gern antifaschistische Parolen in Richtung des Schildes riefen, nahm ich es als Ausdruck der geordneten Kultur entgegen, in der ich lebe. Zudem interessierten Spielplätze meinen Sohn lange nicht.
Nun ist er vierzehn Monate alt und wird magnetisch angezogen von Sandkästen und Rutschbahnen. Vor allem von den beiden Exemplaren vor meinem Haus. Ich überlegte, was zu tun sei.
Das trotzige Ignorieren des Schildes verwarf ich. Ich will meine Nachbarn nicht verärgern. Im weiteren ist mein Sohn zu klein, um das abstrakte Konzept eines Verbotes zu verstehen. Also setzte ich auf Verständigung, fragte einen der Mieter nach seiner Verwaltung und schrieb ein Mail: Hallo, ich wohne direkt gegenüber, ich habe einen kleinen Sohn, der gern auf die Rutschbahn möchte und im Sand spielen. Bitte machen Sie mir einen Vorschlag zur Mitbenützung. Ich zahle auch gern dafür.
Ich schickte das Mail ab und ging mit meinem Sohn in die Stadt und kam zurück und nahm ihn vor der Haustüre aus dem Buggy, und er marschierte zielstrebig zum Spielplatz, und ich ging ihm nach und hob ihn hoch, und während ich ihn forttrug, was er mit verärgertem Zappeln quittierte, wusste ich: Sohn, du wirst niemals hier spielen dürfen.
Die Antwort lag auch schon in meiner Inbox parat:
Guten Tag Herr Meyer
Vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider können wir Ihnen da nicht entgegen kommen.
Dieser Spielplatz ist ausschliesslich für die Kinder unserer Mieter vorgesehen. Da können wir keine Ausnahme machen.
Sinnigerweise wohnt gegenüber nur eine Familie mit Kind. Dieses benutzt den Spielplatz so gut wie nie. Ich habe es letzten Sommer zweimal dort gesehen und diesen Frühling einmal.
Und so wird der Spielplatz auch dieses Jahr unbespielt bleiben, mit der kleinen und für mich bereits jetzt betrüblichen Neuerung, dass mein Sohn danebenstehen muss und ich ihm nicht erklären kann warum.
wenn man hier die Postings durchliest, kreigt man unweigerlich das Gefühl dass dies für gewisse Frauen eher was lästiges zu sein scheint oder täuscht Man(n) sich da?
Elliot Rayman ist ein Mann aus Brooklyn. Schon mal gute Voraussichten für einen Musiker. Der Herr tanzt jedoch auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig. Und mit Hochzeiten meine ich natürlich die zahlreichen Bandprojekte, die Mr. Rayman am Laufen hat. Ehrensache. Doch heute Abend hat er sich mal loslösen können und beehrt uns mit einem Auftritt. Seinen Folk und Indie-Sound (listen!) könnt ihr heute Abend in der Pony Bar lauschen. Ganz der Tradition nach, ist der Eintritt auf Spendenbasis 21:00 Pony Bar
Besuch vom Musikolymp
So Herrschaften. Nun ganz tief Luft holen und/oder hinsetzten... denn heute ist die Band mit den drei Dreiecken in Hamburg. Die Band, die die Musikwelt geprägt hat. Die uns inspiriert und Türen zu neuen Sounds geöffnet hat. Heute atmen wir regelrecht die gleiche Luft wie die drei Herren aus England. Depeche Mode sind in der Hansestadt! Aber sein wir ehrlich, die Tickets sind leider Gottes verdammt teuer. Doch meine Freunde, ich wäre nicht Ron wenn ich euch keinen Hoffnungsdunst zu pusten könnte. Also alle man die Ohren spitzen: Gleich nach dem Konzert findet in der Markthalle die Depeche Mode Aftershowparty statt. Uns werden Douglas J. McCarthy (Nitzer Ebb), Dj Exciter und Dj Lorenz Macke einheizen und zum Schwitzen bringen. Und der Eintritt liegt nur bei 9 Groschen Unmittelbar nach dem Depeche Mode Konzert, Markthalle
Wulffmorgenthaler
Nur die Gesichter haben gewechselt...
Bereits zwei Jahre vor dem Sturz Mubaraks beschrieb Chalid al-Chamissi in seinem Roman Arche Noah, wie es unter heimischem Boden brodelt. Heute sei die Situation in Ägypten noch immer dieselbe, nur die Gesichter hätten gewechselt, erklärte der Autor vergangenen Mittwoch der Tageswoche. Somit bleibt sein kürzlich auch auf Deutsch erschienener Roman von 2009 brand aktuell. Mehr hier.
Grillchen entfalt' dich...
Anstatt eines Portfolios dachte sich der Jungdesigner Michael Kennedy etwas Originelleres aus: Er schickte einen Grill im C4-Format inklusive Videoanleitung an die Zürcher Hochschule der Künste. Sein Talent zum Industrial Designer hat er mit dem Kirigami BBQ mehr als bewiesen. Ich hatte das Glück den DIY-Grill ausprobieren zu dürfen und kann bestätigen, dass die Würste vorzüglich mundeten! Wer auch gleich losbrutzeln will; den Mehrweggrill gibt's online mit Kohle und Bag zu bestellen. Mehr hier
Ron's Videoperle : Reite die Welle !
Starte die Woche auf der richtigen Wellenlänge.
Stadtschreiberbeiträge Hier findest du Beiträge von Stadtkindern, die es lieben, für ihre Stadt zu schreiben. Der Inhalt stammt nicht von Ron und muss auch nicht seiner Meinung entsprechen. Du willst selber Stadtschreiber werden? Hier mehr Infos.
Stadtgespräch Wenn man was zu sagen, trällern oder diskutieren hat, kann man das hier im Stadtgespräch tun.
Marktplatz Wenn man auf der Suche nach etwas (WG Partner, Konzert Ticket, etc.) ist oder etwas zu vergeben (Wohnung, Ex Freund/in) hat, dann kann man das auf derMarktplatz tun. Oder gleich ein Inserat aufgeben.
Schreibe für deine Stadt!
Hast du Spannendes zu erzählen über deine Stadt und was in ihr so abgeht? Dann teile es doch mit uns und werde Stadtschreiber. Dabei kannst du nicht nur deine journalistischen Fähigkeiten aufpolieren, sondern dir auch die Freiheit nehmen über die, Dinge zu Schreiben, die du magst.Ron erklärt, was es mit dem Stadtschreiber auf sich hat!
Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass für einige dies ein Sprungbrett ist um eine redaktionelle Laufbahn einzuschlagen. Denn als Stadtschreiber können erste redaktionelle Erfahrungen gesammelt werden. Den Fleissigen, die mehr als 25 Berichte geschrieben haben, stelle ich auch ein Zertifikat aus.
Ein Stadtschreiber kann aber auch Profit daraus ziehen, in dem er seinen Nickname auf seinen richtigen Namen ändert (so wird man bekannt) oder er gibt seine Webseite als Nickname an. So kann er auf seinen Blog oder auf sein Geschäft hinweisen.
Ganz wichtig: ich suche Leute, die dies aus Spass an der Freude tun. Geld oder andere Vergütungsformen gibt es nicht.
Die vergessene Stadt: Nur gemeinsam entkommt ihr der Wüste
Some Magazine: Design sucht Identität
Black Stories: Shit Happens
Das Single-Dilemma
Make´n´Break Party: Partyspiel mit Bauklötzern
Rondo
Denn Walter ist Autist
Ein Mann, nennen wir ihn Walter, geht seines Weges durch die Stadt. Es ist ein schöner Sommerabend, und die Menschen sind draussen unterwegs. Da erblickt Walter vor einem Restaurant einen Bekannten. Walter freut sich, tritt zu ihm hin und beginnt, fröhlich auf ihn einzureden.
Walter erkennt nicht, dass direkt neben seinem Bekannten ein weiterer Mensch steht und die zwei sich bereits in einem Gespräch befinden.
Denn Walter ist Autist.
Walter leidet an einer geheimnisvollen Disposition: Er ist von Geburt an nicht in der Lage, gewisse Dinge um ihn herum überhaupt wahrzunehmen. Das bedeutet nicht, dass er in Bäume oder parkierte Autos hineinläuft. Bäume und Autos sieht Walter. Was Walter hingegen nicht sieht, sind die sozialen und emotionalen Zusammenhänge. Ein Bekannter ist für ihn ein Bekannter, ob dieser nun allein auf einer Bank sitzt oder dort mit einer Frau knutscht. Und einen Bekannten muss man doch begrüssen!
Also sagt Walter hallo zu seinem Bekannten. Zu der Person neben diesem sagt er nichts. Er schaut sie nicht mal an.
Denn Walter ist Autist.
Der Bekannte hingegen ist keiner. Er kann die Gefühle der Menschen um ihn herum wahrnehmen und einen potentiellen Zusammenhang zwischen seinem Verhalten und diesen Gefühlen herstellen. Daher sagt er auch nicht zu Walter: Walter, du störst uns beim Reden; oder, etwas weniger barsch: Walter, wir sind gerade in einem Gespräch. Denn das wäre für Walter nicht so angenehm.
Daher gibt der Bekannte Walter ein paarmal knapp Antwort und wendet sich danach jeweils mit dem Kopf wieder seinem vorherigen Gesprächspartner zu, in der Hoffnung, Walter möge dadurch erkennen, dass er gerade eine intime Situation unterbrochen hat.
Doch Walter ist Autist.
Er redet einfach weiter.
Der Bekannte ist gezwungen, unhöflich zu werden. «Also!» sagt er nach einer Weile laut, er ruft es schon fast, und nun dreht er nicht nur den Kopf, sondern den ganzen Körper zurück zu der für Walter unsichtbaren Person. Einander vorgestellt hat er die beiden nicht, denn dies hätte zur Folge, dass Walter noch länger hier stehen und plaudern würde.
Walter lässt sich nicht stören und gibt seiner Freude über das schöne Wetter Ausdruck.
Der Bekannte geht noch einen Schritt weiter und nimmt sein unterbrochenes Gespräch wieder auf. Er macht es wie Walter und tut so, als gäbe es Walter nicht.
Endlich versteht Walter. Bei Walter muss man zu deutlichen Signalen greifen. Leicht beleidigt verabschiedet er sich. Allerdings nur von seinem Bekannten. Die andere Person existiert für ihn noch immer nicht. Vermutlich fragt er sich, weshalb sein Bekannter sich einfach plötzlich umgekehrt und sinnlos in die Luft zu reden begonnen hat.
Aber darüber wundert er sich nicht lang.
Denn Walter ist Autist.
Da können wir keine Ausnahme machen!
Seit einem knappen Jahr wohne ich in einer hübschen, ruhigen Gegend. Vor meinem Haus gibt es einen Spielplatz. Er gehört zu den beiden Liegenschaften gegenüber und darf, so verkündet es ein deutliches Hinweisschild, nur von deren Mietern benutzt werden.
Ich fand das Schild immer unsympathisch, doch im Gegensatz zu meinen Freunden, die gern antifaschistische Parolen in Richtung des Schildes riefen, nahm ich es als Ausdruck der geordneten Kultur entgegen, in der ich lebe. Zudem interessierten Spielplätze meinen Sohn lange nicht.
Nun ist er vierzehn Monate alt und wird magnetisch angezogen von Sandkästen und Rutschbahnen. Vor allem von den beiden Exemplaren vor meinem Haus. Ich überlegte, was zu tun sei.
Das trotzige Ignorieren des Schildes verwarf ich. Ich will meine Nachbarn nicht verärgern. Im weiteren ist mein Sohn zu klein, um das abstrakte Konzept eines Verbotes zu verstehen. Also setzte ich auf Verständigung, fragte einen der Mieter nach seiner Verwaltung und schrieb ein Mail: Hallo, ich wohne direkt gegenüber, ich habe einen kleinen Sohn, der gern auf die Rutschbahn möchte und im Sand spielen. Bitte machen Sie mir einen Vorschlag zur Mitbenützung. Ich zahle auch gern dafür.
Ich schickte das Mail ab und ging mit meinem Sohn in die Stadt und kam zurück und nahm ihn vor der Haustüre aus dem Buggy, und er marschierte zielstrebig zum Spielplatz, und ich ging ihm nach und hob ihn hoch, und während ich ihn forttrug, was er mit verärgertem Zappeln quittierte, wusste ich: Sohn, du wirst niemals hier spielen dürfen.
Die Antwort lag auch schon in meiner Inbox parat:
Guten Tag Herr Meyer
Vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider können wir Ihnen da nicht entgegen kommen.
Dieser Spielplatz ist ausschliesslich für die Kinder unserer Mieter vorgesehen. Da können wir keine Ausnahme machen.
Sinnigerweise wohnt gegenüber nur eine Familie mit Kind. Dieses benutzt den Spielplatz so gut wie nie. Ich habe es letzten Sommer zweimal dort gesehen und diesen Frühling einmal.
Und so wird der Spielplatz auch dieses Jahr unbespielt bleiben, mit der kleinen und für mich bereits jetzt betrüblichen Neuerung, dass mein Sohn danebenstehen muss und ich ihm nicht erklären kann warum.
Kniffle : Das Kartenspiel
Ab in die Tonne: das Müllstapel-Spiel