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Zweitwohnungsinitiative

Diskutiert mal ein bisschen, ich bin mir hier nach wie vor unschlüssig. Gibt es Anreizsysteme, die das Ziel der Initiative besser erreichen könnten?

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24 BEITRÄGE
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Ich hab in letzter Zeit einige Untersuchungen und Berichte angeschaut, welche die Lage in einzelnen Gemeinden schilderten. Meist hatten diese Gemeinden seit ca zwei Jahrzehnten Vorgaben (von den Kantonen), etwas gegen die Leere-Betten-Entwicklung zu unternehmen. Passiert ist nichts, vielmehr hat sich die Situation verschärft. Die lokalen Bauunternehmer, Landbesitzer (Bauern) und Politiker sind meist verbandelt miteinander, der Profit wird in solchen Konstellationen höher gewichtet als irgendwelche abstrakten Umweltschutzziele. Ich persönlich betrachte in dieser Frage die ortsspezifische, selbstbestimmte Lösungssuche durch die Gemeinden und mittels irgendwelcher Anreizsysteme als gescheitert. Ohne Druck von 'Aussen' und von breiten Bevölkerungskreisen würde sich auch weiterhin nichts ändern - deshalb ist diese Initiative wohl der einzige fruchtbare und gleichzeitig demokratisch legitimierte Weg.

 

Wurden Anreizsysteme denn schon ausprobiert? Und wie könnten die hier überhaupt aussehen?

 

ich hab mich die letzten zwei Jahre beruflich mit den kalten Betten beschäftigt und in diversen Projekten zum zweitwohnungsbau mitgearbeitet...und habe bereits NEIN gestimmt!
man ist sich diesem problem insbesondere im Kanton graubuenden absolut bewusst...im kantonalen richtplan von 2009 hat der Kanton daher 35 Gemeinden dazu verpflichtet griffige und nachhaltige Maßnahmen zu ergreifen...um die Souveränität und individuelle Ausgangslage zu respektieren hat man es den Gemeinden überlassen bis 2013 einen Lösungsvorschlag zu machen...damit diese Vorgabe erreicht werden kann hat man sie inhaltlich unterstützt...dabei sind interessante und meiner meinung nach vielversprechende loesungsborschlaege erarbeitet worden. die bis 2013 eingeführt sein werden...
die Ausgangslage des schweizweit betroffenen Gemeinden und auch der Kantone ist so unterschiedlich, dass eine solch pauschale und wenig durchdachte loesung wie es die Initiative vorsieht fuer viele kontraproduktiv ist. sie wuerde außerdem die Anstrengungen einzelner Kantone massiv torpedieren...die Frustration in den Gemeinden, dass ihre mehrjährige politische Arbeit eine ausgewogene und vor allem fuer die destinationsentwicklung nachhaltige loesung zu finden waere unendlich...
ein Anreizsystem, dass derzeit in der Gemeinde silvaplana diskutiert und beim Bundesgericht haengig ist, ist die Erhebung einer zweitwohnungssteuer. es sollte auf nicht ausreichend belegte (vermietung oder eigenbelegung) eine Steuer erhoben werden. die einatmen sollen dann gezielt fuer die Weiterentwicklung der tourismusdestination oder Förderung von erstwohnungen eingesetzt werden. sollte das Bundesgericht eine derartige Steuer gutheissen, stehen bereits einige Gemeinden mit entsprechenden bzw. aehnlichen Instrumenten bereit. so
wird einerseits ein anzeiz geschaffen die Wohnung zu belegen (weniger kalte betten). andererseits werden Investitionsmittel generiert, die die notwendige und teils bereits fortgeschrittene strukturbereiniging im Tourismus ermöglichen!
im sinnde

 

sorry fuer die tippfehler in meinem beitrag...'solche Texte auf dem iPhone zu erfassen ist nicht ganz ohne;)
wollt noch was abschliessendes schreiben, doch der send-button ist grausam sensibel..
die Initiative spricht ein wichtiges Thema an, bewirkt imendeffekt aber das falsche...regionalwirtschaftlich sinnvolle Projekte Wuerden damit scheitern und Anstrengungen der Gemeinden torpediert...
stimmt nein und vermietet eure zweitwohnungen liebe Unterländer!!

 

@rosechris, dein appell an die unterländer in ehren, aber die grösste zuwachsrate bei den zweitwohnungsbesitzern haben ausländische käufer. wenn jemand wie in andermatt 1-5 mio für eine ferienwohnung bezahlt, meinst du, der hat die absicht, diese an fremde zu vermieten?
-
was für die einen 'regionalwirtschaftlich sinnvolle projekte' oder die 'generierung von investitionsmittel' sind, heisst für die anderen schlicht: die mieten steigen so stark, dass einheimische wegziehen müssen, um den auswärtigen zweitwohnungskäufern platz zu machen. die lukrativen immobiliengeschäfte beglücken wie üblich einige wenige auf kosten der grossen mehrheit...

 

Ich habe die arena des sf drs gesehen und kann es jedem zur meinungsbildung nur empfehlen. Dass dieser exzessive zweitwohnungsbau der region wirtschaftlich etwas bringen soll, haben die einheimischen von solchen dörfern/regionen in der sendung eindrücklich entkräftet und liessen die gegner der initiative alt aussehen. 1. Die einheimischen ziehen weg und es wurden sogar schulen geschlossen, weil sie es schlicht nicht mehr vermögen da zu leben (von eigenheim erwerben ganz zu schweigen). 2. Die ganzen bauaufträge usw bekommen sehr oft ausländische firmen (deutsche und italiener), weil günstiger. 3. Die verantwortlichen haben es schlicht verpasst, die notbremse zu ziehen, obwohl gesetzliche vorgaben schon lange vorhanden sind, aber für einige wenige ist es ein riesengeschäft. Sorry, wenn einheimische sich so beklagen, dann stimmt doch etwas nicht mehr! Ich stimme mit überzeugung ja.

 

1983 wurde das 50 jahre alte problem (1961 lex von moos, für historikerInnen - bewilligungspflicht für häusle kaufenwollende ausländer) durch die lex friedrich gelöst - und zwar mit einer gesamtschweizerisch gültigen, starren kontiengentierung. bis 2005 der bundesrat (der glorreich blocher c, notabene) diese (jetzt lex koller) aufhob und die frage an die kantone/gemeinden zurückdelegierte. die erwiesen sich als zu doof und/oder geldgeil, jedenfalls nicht in der lage, zweitwohnungen einzuschränken. dass ausgerechnt der selbsternannte retter der schweiz ausverkauf der heimat aufgleiste - wirklch wundert sich wohl niemand.
die gegner werfen der initiative hautpsächlich vor, zu starr zu sein - was 20 jahre aber wunderbar funktionierte. die initiative mag im detail schwachpunkte haben, hatte die lex friedrich aber auch, aber sie verbessert eindeutig den status quo. vor allem ist das thema bei ablehnung der initiative für jahre vom tisch, jahre in denen munter und faktisch unkorrigierbar verbaut wird. die vernachlässigbaren mängel der initiative zu korrigieren ist dagegen ein klacks. also ja zur initiative.

 

@rosechris: Danke für die Erläuterung bezüglich Anreizsystem "Besteuerung". Das halte ich für wenig wirksam, da die Wohnungen im Kauf und Unterhalt so teuer sind, dass eine Steuer doch nur eine Handvoll Wohlhabende annähernd davon abhalten wird, die Flächen zu bebauen (weil sich die Leute das schlichtweg leisten können). Gibt es weitere Anreizkonzepte?

 

Ach ja, und noch was ist bei der sendung rausgekommen. Die besitzer solcher wohnungen zahlen nur grundstücksteuer, somit kein unterhalt bei abwasserstrassenfeuerwehr usw. War lustig zuzusehen, wie die regierungs- und gemeinderäte sich vor einer antwort drückten und ein einheimischer klartext reden musste. Die einheimischen finanzieren die ganze infrastruktur und das ist nicht wenig. Bluebalu: du kommst ein bisschen spät mit deinen klugen fragen; gehts dir jetzt einfach darum dass du nicht ja stimmen möchtest?

 

@kristallin: Ich bin allgemein sehr vorsichtig bei solchen Guillotineklauseln, weil sie sehr negative Folgewirkungen zeitigen können. Verbote müssen bei mir immer die letzte Massnahme sein. Aber ich sehe schon ein, dass hier 15 nach 12 ist.

 

Deine vorsicht ist löblich. Der ärger der einheimischen ist allerdings beeindruckend. Sie haben genug davon, dass ihre täler und dörfer an fremde verschachert und verschandelt wird. Genug ist genug. Wir sollten auf sie hören und ein klares zeichen nach bern und an die schlafenden behörden schicken.

 

ich halte es gleich...solche initiativen können negative folgen haben. meist ist es unmöglich das behandelte problem ganz zu erfassen bzw. die negativen folgen abzusehen. daher stimme ich zweifel lieber dagegen. insbesondere in diesem fall, wo es andere wege gibt, das selbe ziel zu erreichen.
das problem mit den kalten betten hat viele aspekte. einerseits gehts um den zukünftigen bau von zweitwohnungen und andererseits um die bestehenden, meist unvermieteten bzw. oft ungenutzten wohnungen.
die gemeinden verfügen mit dem richt- und zonenplan über ein instrument mit dm sie die bauflächen entsprechend so legen können, dass keine oder nur unter bestimmten bedingungen gebaut werden kann. so kann die gemeinde zonen für zweitwohnungen oder kontigente festlegen. dies passiert im demokratischen prozess und die einheimischen können sich für eine entsprechend restriktive raumplanung einsetzen.
in vielen tourismusgemeinden gibt es neben dem tourismus nur wenig andere wirtschaftszweige, die arbeitsplätze anbieten können. die bauwirtschaft ist einer davon. reduziert man die bauwirtschaft, wäre es wichtig die tourismuswirtschaft wieder anzukurbeln und dort arbeitsplätze zu schaffen. doch der tourismus in der schweiz ist vielerorts nich wettbewerbsfähig...nicht nur innerhalb im nationalen, sondern vor allem im internationalen vergleich. um dies zu ändern müsste das angebot an die kundenbedürfnisse angepasst werden, insbesondere was die beherbergungskapazitäten betrifft. diese sind vielerorts qualitativ ungenügend. man spricht hier auch von einem strukturwandel im tourismus. bestehende beherbergungskapazitäten (in hotels oder zweitwohnungen) müssten erneuert oder neue geschaffen werden. es gibt interessante konzepte, welche zweitwohnungen kommerziell vermieten und so die bedürfnisse vieler gäste abdecken (z.B. den schweiz-treuen holländern) ohne kalte betten zu produzieren. die initiative macht keinen unterschied zwischen zweitwohnungen für den privaten oder kommerziell genutzten zweitwohnungen (z.b. von REKA, hapimag, landal).
und da wären noch die bestehenden kalten betten. die meisten davon wurden in den 80er jahren gebaut und zwar von schweizern. damals wurde die mehrheit der wohnungen auch vermietet, um sie zu finanzieren. heute hat man das nicht mehr nötig und daher stehen sie während dem jahr grösstenteils leer...sind nur zwischen weihnachten und neujahr sowie an wenigen wochenenden belegt. es gibt durchaus gemeinden, wo eine zweitwohnungssteuer anreiz sein kann die wohnung zuvermieten. ob sich jetzt noch eine handvoll superreicher darüber hinwegsetzt ist da hinnehmbar, denn sie finanzieren über die steuer die weiterentwicklung der destination bzw. der touristischen infrastruktur. was einerseits eine erhöhung der wettbewerbsfähigkeit bedeutet und andererseits arbeitsplätze schaffen kann.
im übrigen könnte man einen teil der steuer dafür nutzen die aus dem zweitwohnungsbau entstehenden infrastrukturkosten (strassen, abwasser, strom, feuerwehr usw.) abzugelten.
@isegrrm: die arena in allen ehren, aber ich hab aufgehört diese als informationsquelle oder gar grundlage für meine wahlstimme zu nutzen. da stehen sich politiker gegenüber, die nur argumente aus ihrem beschränktem universum hervorbringen und die da anwesenden betroffenen einheimischen repräsentieren auch nicht die gesamte mehrheit der bevölkerung. da werden emotionen hochgekocht...schon lange hab ich in der arena keine echte diskussion mehr gesehen, nur ein um sich schmeissen mit argumenten und gegenargumenten. das problem hier ist vielschichtiger als diese ganze diskussion in beschränkter sendezeit abgehandelt werden kann! ich hab viele gemeindevertreter erlebt, die unabhängig von ihrer parteifarbe den ernst der lage erkannt haben und sich für eine nachhaltige lösung einsetzen. diese gemeinden haben in den letzten jahren bereits einiges geleistet und innovative sowie nachhaltige lösungen zustande gebracht. diese gemeinden würde man nun bestrafen in dem man ihnen eine pauschallösung aufdrückt. für gewisse gemeinden kann die initiative auch der todesstoss bedeuten...dann macht die schule dicht und der lift wird ganz abgestellt. wie gesagt, das problem ist komplex und man sollte nicht mit unsinnigen gesetzen die zukunft schwärzer malen als sie vielerorts bereits ist.

 

was willst du uns sagen? wenn alle vernünftig handeln funktioniert es ohne gesetz bestens? der alte traum der anarchisten, im realen leben einfach quatsch. das zweitwohnungsproblem wurde mit der lex friedrich beruhigt, seit blocher als br diese abschuf (genau mit deinem argument übrigens) hat sich die situation wieder verschärft. offenbar braucht es halt doch ein gesetz. du befürchtest negative folgen durch annahme, kannst diese aber nicht genau benennen? die negativen folgen des unreglementierten bauens sind akut, real und kaum korrigierbar. wenn ein haus steht dann steht es auf jahre. ein gesetz lässt sich korrigieren. und die arena erwähnte kristallin, nicht ich. und die liess sich von echten menschen mit echten anliegen berühren. die du als "mediengefäss" abtust und dafür unreflektiert die hanebüchenen horrorszenarien der pr-fritzen zitierst. nein sagen ist immer einfacher - in diesem fall sagt wer nein sagt ja zum ausverkauf der heimat an russische oligarchen. soviel pathos muss sein.

 

offtopic@rosechris: Ich habe 7 jahre arena-abstinent gelebt aus genau diesen gründen, die du anführst, und im letzten dezember wegen svp-widmerschlumpf-knatsch einen blick in die sendung riskiert. Der moderator bewegte sich sehr geschickt zwischen den fronten und liess keine polarisierungen zu- sehr sympathisch. Die gäste waren ausgewogen ausgewählt und kamen alle etwa gleich zu wort. Es war spannend und eine wirklich positive überraschung für mich. Dasselbe gilt für die sendung über zweitwohnungsbau- informativ, unterhaltsam, ohne zu polarisieren.

 

Ich stimme JA, weil ich nicht will, dass die Bergdörfer und Alpentäler durch Gebäude verbaut werden, die von reichen Ausländern als Geld(wasch)anlage gebaut oder gekauft werden.
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Wasser ist eine Lebensgrundlage – wo es verschmutzt ist oder fehlt, ist eine nachhaltige Entwicklung nicht möglich. 800...
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verkehr_bw Gefahr: A5 Basel Richtung Karlsruhe zwischen AS Rastatt-Nord und AS Karlsruhe-Süd Gefahr durch defektes Fahrzeug 19.05.2013 10:26 - 19.05.2
1 minute ago
yazidmhmd RT @Oscar_ID: Leg-2 [2 mei 2013] Chelsea 3-1 Basel | Goal: Torres 50′ Moses 52′ Luiz 59′ :D #MomentChelseaEuropaLeague http://t.co/ulLjvxJFVZ" target="_blank">http://t.co/ulLjvxJFVZ
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