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04.12.2007
Wisi: Odermatt in Afrika (Teil 9)
Wisi: Odermatt in Afrika (Teil 9)
Odi immer noch in Sansibar: Ramadan war aber tatsächlich kein Zuckerschlecken, und weil ich nicht jeden Tag 15$ fuer Arrabiata und Schoggimousse im Amore Mio löhnen mochte, erspähte ich eine preiswerte Fischerkneipe. Dort sass Thorsten, ein bleicher Brillenträger mit eingefallener Brust wie in der Computerabteilung vom Media Markt, und er war hocherfreut, als ich mich auf ein Bier zu ihm setzte. Er stellte sich vor als Beispiel eines gescheiterten Aussteigers, seit 3 Jahren auf Sansibar wohnhaft, mit einer blockierten 200'000$ Investition und einem tansanischen Partner, der sich gegen ihn zu wenden droht. Das tönte nach Rosamunde Pilcher, und Thosten hatte sie offenbar nicht ganz alle, also bestellte ich Shrimps mit Nudeln. Als ich grad mit essen loslegen wollte, begruesste uns ein junger Afrikaner, setzte sich zu uns und begann mit Thorsten zu diskutieren - grösstenteils in Suaheli. Einzelne Schluesselphrasen in Englisch liessen auf ein angespanntes Verhältnis schliessen, denn "ich hoffe ihr tötet mich wie meinen Hund, dann kriegt ihr echt Probleme" ist glaub auch in Afrika nicht normales Tischgespräch. Auf jeden Fall ass ich wie ein Wolf, erhob mich mit dem letzten Bissen noch in der Backentasche, wuenschte den beiden Herren die friedliche Beilegung ihres Konfliktes und einen schönen Tag, und eilte mit gelegentlichen Blicken ueber meine Schulter zurueck ins Hotel. Am nächsten Morgen lernte ich Lee, Rio und Hayato kennen, und japanischen Englischakzent verstehen. Wir verbrachten einige sehr heitere Tage zusammen, gingen schnorcheln, Riesenschildkröten streicheln, Sonnenuntergangsbier im Luxushotel trinken, auf dem Fischmarkt einkaufen und Krebs essen und hatten einige spannende Diskurse zu Walfang, Yasukuni-Schrein, Schoggi und Käse. Der fahle Nachgeschmack von Sansibar kann also nur von meinem missglückten Absteche nach Nungwi Beach herrühren, wo ich von PET-Flaschen nach mir werfenden Kindern begrüsst wurde, die dafür Geld wollten, dass sie einem Burschen mit Pigment- und Sehfehler ein Mzungu-Shirt angezogen hatten und ihn vor jedes ankommende Dalla Dalla zerrten. Da lockte mich denn auch die Südseestimmung in den nicht ganz unerschwinglichen Bungalows nicht zum verweilen. Ich ging zurück nach Stone Town zu meinen Yoshis, feierte mit ihnen Eid al-Fitr, das Ende vom Ramadan, und setzte mit Anthony Quinn wieder nach Dares Salaam über. Nach dem ganzen Zirkus hatte ich ein dringendes Bedürfnis nach ein bisschen Safari.

 
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