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06.11.2007
Wisi: Odermatt in Afrika (Teil 1)
Wisi: Odermatt in Afrika (Teil 1)
Ein Freund unsererseits, halb Geologe halb Meteorologe und halb Weltenbummler, bummelt gerade durch Afrika. Und teilt das allen in seinem Mailverteiler mit (seine Erlebnisse und so). Eine Fortsetzungsgeschichte in 15 (Plusminus) Teilen, beginnend ab jetzt. Mombasa: Jambo, Jambo bwana, Habari gani, Mzuri sana. Mein Abstecher ins ehemalige Deutsch-Ostafrika ist eigentlich beruflich motiviert, weshalb ich zunächst zu 2 Wochen Konferenz in einem Wohlfühlbunker vor den Toren Mombasas interniert worden bin. Der wissenschaftliche Austausch mit Kollegen aus allen Ecken Afrikas und Europas war aufopferungsvoll, dass ich den Pool kein halbes Dutzend mal von innen gesehen habe, bezeugt meine Hingabe wohl ausreichend. Die tatterigen Arrangementtouristen, die den Rest des Geländes bevölkerten, sahen wir nur zu den Fütterungszeiten. Und manchmal beim Feierabendbier (Tusker), wenn sie sich von ihren mitgereisten Enkelsöhnen zu ein paar Reggaebeats um den Pool steuern liessen. Oder ihren Dirnen. Ansonsten waren das Unterhaltungsangebot im Hotel spärlich, wenn man mal vom Ping Pong Tisch und dem lebensnah in 1:24 kopulierenden Nashornpaar aus massivem Tropenholz im hoteleigenen Souvenirshop absieht. Auslauf war hauptsächlich Abends, dem Strand entlang bis zu Yul's Fresstempel (Yul ist der Mann von Heike), und wieder zurück. Und obwohl kaum ein Steinwurf und nur zwei bewaffnete Checkpoints voneinander entfernt, waren die Eindrücke unterwegs mannigfaltig. Chilla zum Beispiel ist ein aufgestellter junger Mann aus einem nahegelegene Dorf, der in sich den "Hustler" von Bamburi Beach sieht. Er heisst eigentlich Rashid, und erzählte voller Stolz, wie er Dope und Nutten bis 9/11 mit einer Kofia auf dem Kopf vertickte, aber dann wegen des weltpolitischen Klimas auf Baggy Chilla umsattelte, der Basketball-Shirts trägt und einen Kollegen bei sich hat, der immer mal wieder kurz "Jah, jah mann." sagt. Chilla war ein ganz übler Rassist, und es forderte ihn sichtlich, sich bei einer Gruppe anzubiedern, die von bleicher als ich bis dunkler als er reichte. Hin und wieder gab er ein paar völkerverbindende Floskeln von sich, aber als er sich bei meinen afrikanischstämmigen Kollegen über die Hüftsteifigkeit der Mzungus (aka Falang, Gaijin, Gringo etc.) mokierte, wäre mir fast mal ein "Dafür haben wir AHV, du Nase!" entfahren.

 
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